Friesoythe - Chefarzt Dr. Robert Greinert und Schwester Johanna Meyer schieben die breite Metalltür zur Seite. In dem kleinen Zimmer stehen Geräte mit Schläuchen, eine Liege, ein Monitor und vieles mehr. Trotz der Masse wirkt es steril und aufgeräumt. Der Geruch bestätigt die Wahrnehmung: Desinfektionsmittel hängt in der Luft. Für die NWZ  öffnete das St.-Marien-Hospital in Friesoythe die Tür des Endoskopie-Behandlungszimmers.

„Wir führen hier Magenspiegelungen, Darmspiegelungen und Gallengangsdarstellungen durch“, erklärt die leitende Fachschwester, Johanna Meyer. „Dabei behandeln wir sowohl stationäre als auch ambulante Patienten, die vom Hausarzt überwiesen wurden“, ergänzt Dr. Robert Greinert. „Alle endoskopischen Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes können wir hier machen“, erklärt der Chefarzt. Circa 15 bis 20 Patienten seien es durchschnittlich pro Tag. „Zwei Drittel bis drei Viertel davon sind ambulante Patienten“, erklärt Greinert. Zwei Räume stehen den Ärzen dafür zur Verfügung.

Eine Kamera überträgt das Bild aus dem Inneren des Körpers während der Untersuchung auf einen Bildschirm. Auf diesem können die Ärzte dann eventuelle Erkrankungen erkennen. Eine Magenspiegelung oder eine Dickdarmspiegelung dauert dabei etwa 20 Minuten. Zeitaufwendiger sind die Dünndarmspiegelungen: „Wenn man den gesamten Dünndarmtrakt untersuchen will, kann das schon einige Stunden dauern“, so der Internist. „Der Dünndarm ist schließlich zwischen drei und vier Meter lang.“ Glücklicherweise seien Dünndarm-Erkrankungen aber sehr selten.

Die Patienten sind im St.- Marien-Hospital bestens versorgt, erklärt der Internist. „Wir unterscheiden uns dahingehend von anderen Krankenhäusern, dass neben dem Arzt immer zwei Schwestern bei den Untersuchungen zugegen sind. Eine assistiert dem Arzt, die andere ist ausschließlich für die Überwachung des Patienten zuständig“, sagt Greinert. Das Assistenzpersonal besteht aus zehn Schwestern, die extra für die Tätigkeit in der Endoskopie geschult worden sind. Auch einen Aufwachraum gebe es, so der Chefarzt.

Eine Narkose ist nicht immer notwendig. „Bei Magenspiegelungen ist beides möglich, je nach Wunsch des Patienten. Bei Darmspiegelungen raten wir schon eher dazu, da der Darm sehr empfindlich ist“, sagt Dr. Greinert.


14 Endoskope hängen in einem Schrank im Untersuchungszimmer. Auf den ersten Blick wirken sie ein bisschen wie große Angelruten. Zwischen 20 000 und 30 000 Euro kostet ein Gerät. „In den letzten zwei Jahren haben wir die Geräte in der Endoskopie erneuert. „Wir sind also auf dem neusten Stand“, ist der Chefarzt stolz.