Westerstede - In Berlin protestieren an diesem Samstag Landwirte und Verbraucher für gesundes Essen und fairen Handel – im Ammerland setzt man hingegen auf den Dialog. „Uns ist es lieber, wenn man mit uns redet statt über uns“, betont Thorsten Jan-Dirk Cordes, Geschäftsführer des Ammerländer Landvolkverbandes. „Öffentliche Kritik und Verunglimpfung belasten die landwirtschaftlichen Familien zusätzlich zu den zeitweise niedrigen Erzeugerpreisen und den immer neuen Auflagen und Dokumentationspflichten“, ergänzt Manfred Gerken, 1. Vorsitzender des Verbandes.

„Wir als Verband möchten deutlich machen, dass unsere Landwirte sich 365 Tage im Jahr verantwortungsvoll für Tierwohl und Umweltschutz einsetzten“, sagt Thorsten Jan-Dirk Cordes. „Man darf dabei aber nicht vergessen, dass die Bauern davon leben und ihre Familien ernähren müssen“, merkt Schweinebauer Heiko Siemen aus Wifelstede an.

„Etwa 70 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus Deutschland bleiben auch in unserem Land“, weiß Manfred Gerken. „Man kann also schon sagen, dass die Landwirtschaft die Bevölkerung ernährt.“

„Dialog statt Protest“ lautet auch das diesjährige Motto des bundes- und landesweiten Aktionstages des „Wir machen euch satt“-Bündnisses. „In ganz Niedersachsen finden an diesem Samstag dezentrale Aktionen statt“, erklärt Dr. Tatjana Hoppe, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Ammerländer Landvolkverband.

„Auch wir haben uns im vergangenen Jahr mit einer Aktion auf dem Westersteder Marktplatz beteiligt“, erinnert sich Manfred Gerken. Leider blieb die gewünschte hohe Resonanz aus. „Das war vielleicht auch dem Wetter geschuldet. Wir hatten Schneeregen“, so Manfred Gerken, der selbst einen Milchviehbetrieb führt.


In diesem Jahr soll es keine spezielle Aktion im Ammerland geben. „Dennoch sind wir für Gespräche und Anfragen immer empfänglich und führen auch gern Gruppen oder Einzelpersonen über unsere Höfe“, betonen die Landwirte.

„Wir haben zahlreiche Höfe unserer 2800 Mitglieder, deren Türen quasi immer offen stehen“, weiß Tatjana Hoppe. „Unserer Erfahrung nach gibt es ein großes Informationsdefizit in der Bevölkerung, was die Arbeit von Landwirten betrifft.“

Ändern soll dies unter anderem auch die Facebook-Initiative „Frag doch mal den Landwirt“. Dort können sich Verbraucher direkt mit ihren Fragen an Bauern wenden.

Auch die Schulaktion „Lernort Bauernhof“ werde sehr gut angenommen. „Wir konnten bereits vielen Kindern einen Einblick in die Landwirtschaft ermöglichen“, freut sich Tatjana Hoppe.