Wildeshausen - Für einen ungewöhnlichen Ehrenamtspreisträger hat sich der MIT-Vorstand in diesem Jahr entschieden: die Bürgeraktion „Willi wühlt“. „Der Maulwurf Willi hat Wildeshausen auf sympathische Art und Weise bekannt gemacht“, würdigte MIT-Sprecher Ingo Hermes die Initiative, „er legt die Schaufel dorthin, wo Handlungsbedarf ist.“ Stellvertretend für zahlreiche Unterstützer nahmen Torsten Koschnitzke, Michael Witten und Franz Bahlmann die Auszeichnung entgegen.
„Wir werden jetzt kein juristisches Gutachten in Auftrag geben, um zu prüfen, ob wir das Geld auch annehmen dürfen“, meinte Koschnitzke. Der Preis im Wert von 1000 Euro soll an die Bürgerstiftung weitergereicht werden.
Nach dem Vorbild der rheinischen Büttenredner, mit Narrenkappe auf dem Kopf, hielt der Rhetorik-Trainer der Wildeshauser Politik den Spiegel vor. Heiß diskutiert würde über die Bäume in der Westerstraße. Viele Bürger hätten aber noch nicht bemerkt, dass der Krandel schon fast weg sei und es bald „freien Blick von der Ahlhorner Straße zur Hunte“ gebe. MIT-Chef Manfred Wulf sei kürzlich auf der Straße angesprochen worden: „Kennen wir uns von Facebook?“ Die Antwort: „Ich bin Dein Vater.“
„Und warum darf Gysi nicht beim Schaffermahl sprechen?“, fragte sich Koschnitzke. „Hatte man in der altehrwürdigen Gilde Angst, dass Gysi es schafft, die Teilnehmer zu Linkssympathisanten zu machen?“ Tipps gab es für SPD, FDP und CDU. Bürgermeister Shahidi könne es niemandem Recht machen. Dabei sei das rhetorische Geschick, eine Stunde über den Bürgerhaushalt zu sprechen, bewundernswert.
Auch das abwechslungsreiche Jahr des Landrats beschäftigte Koschnitzke. Eigentlich sei Frank Egers Lieblingsthema „Die Gleichstellung und seine Beauftragte“. Doch angesichts zahlreicher Doktoranden in seinem Umwelt wolle auch er nun einen akademischen Grad erwerben. Das Thema der Promotion: „Der kreative Umgang mit öffentlichen Geldern am Beispiel des Oldenburgischen Abwasserverbands“. Ex-Minister Funke schreibe das Vorwort: „Silberhochzeiten günstig gestalten“. Und den Kaufleuten gab Koschnitzke mit auf den Weg: „Wer jemanden für dumm verkauft, macht Marketing. Wer an Dumme verkauft, macht Vertrieb.“ Zugabe-Rufe waren die Folge.
