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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mit einem Konzept 5.0 beim Kunden punkten

15.03.2017

Oldenburg Wie schon vor Jahrzehnten gehen Kaufanreize beim Konsumenten auch heute „ganz stark über den Preis“. Zugleich gebe es einschließlich Internet „unzählige Shops“. „Wie differenziere ich mich da noch von anderen?“, fragte Sabine Engel eher rhetorisch die versammelten Unternehmer und Vermarktungsfachleute. Die Geschäftsführerin der Miomente GmbH (München) hatte beim Marketingforum Weser-Ems in der Oldenburger Kulturetage denn auch gleich ihre Antwort parat: Der „Reason why“ (Grund), aus dem heraus der Kunde etwas kaufen solle, müsse beantwortet werden – über Inhalte, die rund um das eigentliche Produkt transportiert werden. Solches „Content Management“ (Content = Inhalt), intelligent gemacht, sei „die Lösung“.

Solche Ansätze für erfolgreiches Marketing in der Zukunft – das war das Thema beim Forum, das gemeinsam vom Marketingclub Weser-Ems und vom Arbeitgeberverband Oldenburg (AGV) veranstaltet wurde. Motto: „Marketing 5.0“. Die vorformulierte Frage: Wo stehen wir in fünf Jahren?

Diese Fragen stellt man sich in vielen Firmen– auch in denen, die schon bisher auf Konzepte setzen wie: Positionierung bei Google, Personalisierung, Content Marketing, generell digitales Denken oder Nähe zu Kunden durch vielerlei technische Mittel, wie Marketingclub-Präsident Helmut Loerts-Sabin erläuterte. Wichtig bleibe sei die „Kommunikation zwischen Menschen“, betonte er. Marketing müsse angesichts der neuen Herausforderungen nun „hinter den Horizont blicken“, meinte Dirk Heitkötter, Geschäftsführer beim AGV. Die Frage sei, was man tun müsse, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.

Das Umfeld skizzierte die Oldenburger Informatik-Professorin Susanne Boll-Westermann (Offis): Kennzahlen zur laufenden Digitalisierung beschleunigten sich, und ihre Wirkungen seien disruptiv. Zugleich entstehe mit zunehmender Automatisierung und Vernetzung eine unglaubliche Menge an Information, „die helfen können, Beziehungen zu Kunden zu pflegen“. „Wir stehen am Beginn einer Zeit, in der Sie eine Vielzahl von Daten sinnvoll aggregieren müssen“, sagte die Forscherin vor den Marketing-Experten. Man werde eine „Welle von Auswertungen erleben“, ermöglicht durch neue Rechnerkapazitäten. Daten seien ein Unternehmenswert und eventuell Ware, die (anonymisiert) angeboten werde.

Einblicke in die Praxis ermöglichte Jörg Hammermeister, Marketing-Manager beim Foto- und Onlinedruck-Spezialisten Cewe (Oldenburg). Das Unternehmen verfolge aufmerksam die weitere Entwicklung von Geräten wie Smartphones, die für den Absatz immer wichtiger würden. Ein Kern-Ansatz bleibe, den Kunden größtmögliche Wahlfreiheit zum Zugang zu Cewe-Produkten zu gewähren. Zugleich habe Cewe schon immer individualisierte Produkte geliefert. Zurückhaltend sei man beim „Messen“ von Daten. Das Foto solle „Heiligtum“ des Kunden bleiben. Viele Infos blieben in einer „Black Box“. „Content Management“ betreibe Cewe etwa in Form von Fototipps. Hammermeister machte deutlich, dass für ihn neben Technik das „haptische Erlebnis“ wichtig bleibe: „Wenn wir nur digital unterwegs sind, fehlt die persönliche Nähe.“

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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