Oldenburg - Es riecht nach Farbe, im Regal stehen Pinsel und Farbdosen. An den Staffeleien wird gemalt und gezeichnet. An einem mit Farbklecksen übersäten Tisch diskutiert Andrey Gradetchliev mit einem Schüler über Kunst.
In der Kunstschule Klex unterstützt Gradetchliev Jugendliche, die sich an einer Kunstakademie bewerben wollen und dafür eine vorzeigbare Bewerbungsmappe brauchen. „Jeder hier verfolgt sein eigenes Ziel, es herrscht eine gute Atmosphäre zum Austausch“, so Gradetchliev. Das sei ein fruchtbarer Boden für die Arbeiten der jungen Künstler.
Wichtig sei dabei, dass die Arbeiten individuell sind. „Es sollen am Ende keine uniformen Arbeiten herauskommen“, sagt Gradetchliev. Deswegen schaue er sich an, was die Schüler an Potenzial mitbringen und versuche, das Beste herauszuholen.
Um gute Chancen bei der Bewerbung zu haben, müssen die Schüler einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Sie müssen nicht nur die Realität abbilden, sondern eine eigene Realität schaffen, die beim Betrachter hängen bleibt“, so Gradetchliev.
Auch in der Werkschule wird Jugendlichen bei ihren Bewerbungsmappen geholfen. „Viele Jugendliche kommen hier mit falschen Vorstellungen her“, so Peer Holthuizen, Dozent an der Werkschule. „Sie erwarten, dass ihnen hier effizient geholfen wird.“ Dabei benötige es Zeit, sich selbst zu entfalten und gute Ergebnisse zu produzieren.
Dass es solche Kurse gibt, liege auch daran, dass das, was im Kunstunterricht der Schule vermittelt werde, nicht ausreiche, um sich an einer Universität zu bewerben. „Das ist auch gar nicht machbar“, so Holthuizen.
Viel schlimmer finde er, dass Absolventen von Kunstakademien oft keinen passenden Job in der Wirtschaft fänden. Dabei könnten Künstler gut im Design eingesetzt werden. „Da wird Potenzial vergeudet“, sagt Holthuizen. Mit gutem Design könne man schließlich auch Geld verdienen.
Eine seiner Schülerinnen, die 21-jährige Katja Helmin, möchte Industriedesign studieren und später in der Automobilbranche arbeiten. Ihre Chancen stehen gut. Laut Gradetchliev und Holthuizen werden die meisten an einer Kunstakademie angenommen.
