Mehr als 14 Jahre gehörte Detlev Diepenbrock dem Gemeinderat an und hat in dieser Zeit die Geschicke Ganderkesee mit bestimmt. Bei der letzten Kommunalwahl verfehlte er das Mandat knapp. Aber auch ohne dieses ehrenamtliche Engagement wird es dem 67-Jährigen nicht langweilig, zumal er noch voll im Berufsleben steht.
Seit mittlerweile 37 Jahren ist Rethorn seine Heimat. In jungen Jahren hatte er sich oft gerade an einen Heimatort gewöhnt, da musste Familie Diepenbrock schon wieder wieder die Koffer packen. Das brachte die berufliche Tätigkeit seines Vaters mit sich, der als Handlungsreisender und später als Manager viel unterwegs war. In seiner Geburtsstadt Bückeburg blieb der kleine Detlev nur wenige Wochen. Dann ging es über Augsburg nach Offenbach, wo er auch eingeschult wurde. Die nächste Station Memmingen in Bayern hat Detlev Diepenbrock bis heute in keiner guten Erinnerung: „Bei meinen Mitschülern war ich nur der ,Saupreuß’“.
Zum Glück war der Aufenthalt in Memmingen nur kurz, denn nun ging es in die Hauptstadt Österreichs. „Wien ist für mich voller toller Kindheitserinnerungen“, schwärmt Detlev Diepenbrock noch heute. Von Wien ging es nach Hamburg, da war er 13 Jahre alt. Neue Freunde zu finden, war für ihn weniger schwer als die ständigen Schulwechsel. „Durch die Umzüge erlebte ich einige Kurzschuljahre, weil der Beginn der Schuljahre in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich war.“
In Hamburg begann Detlev sich für Politik zu interessieren und als auf der Straße gegen den Krieg in Vietnam demonstriert wurde, war er mittendrin. Ganz im Gegensatz dazu interessierte er sich zu der Zeit auch für die Inneneinrichtung. „Ich war ein halbes Jahr damit beschäftigt, wie ich mein Zimmer einrichten könnte“. Bei einem Besuch bei seiner Oma Margarethe in Bückeburg entdeckte er dann seine Leidenschaft für Pferde und für das Voltigieren. „Ich war eigentlich nicht besonders sportlich, umso stolzer war ich, als ich das erste Mal auf einem galoppierenden Pferd aufrecht stehen konnte.“
Weil sein Vater eine Anstellung beim Kaffeehersteller Jacobs antreten konnte, ging es für Familie Diepenbrock von der Hansestadt Hamburg in die Hansestadt Bremen. Als Klaus Jacobs, der Chef seines Vaters, ein großes Gartenfest ausrichten wollte, besorgte ihm der damals 17-jährige Detlev Diepenbrock die passende Musik dazu, eine Dixieland-Jazz-Band. Diese Organisation machte ihm so viel Spaß, dass er bis heute immer wieder die richtige Musik für spezielle Anlässe besorgt. Für eine Bluegrass-Band aus den USA organisierte er sogar drei Tourneen.
Bremen war für Detlev ein Glücksfall, denn hier lernte er seine spätere Ehefrau Christine kennen. Spielte er auf dem Gymnasium noch mit dem Gedanken, auf das Schulfach Religion zu verzichten, so brachte ihm Christine die Kirche und den Glauben wieder näher. „Meine Einstellung dazu hat sich durch Christine geändert. Der Glauben an Jesus Christus ist für mich eine tolle Sache. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott zu jedem von uns eine Beziehung haben will.“ Zusammen mit seiner Christine ist er Mitglied in einer evangelischen Freikirche, beide engagieren sich dort auch ehrenamtlich.
Sein Berufsziel stand für ihn spätestens nach dem Praktikum bei einem Bauunternehmen fest. Er wollte Architekt werden und nach seinem Abitur studierte er in Berlin. Gerade volljährig heiratete er seine Christine im Schöneberger Rathaus und ein Jahr später wurde Sohn Micha (45) geboren. Mit Alice (40) und Jan (36) vergrößerte sich die Familie später noch.
Als Detlev Diepenbrock sein Studium begann, waren die Aussichten auf einen Job sehr gut. Seinen Abschluss hatte er 1976 in der Tasche – und zu diesem Zeitpunkt war die Nachfrage nach Architekten gleich Null. Er hatte großes Glück, dass er in Delmenhorst bei der Firma Magnus Müller schnell einen Job fand. „Von Berlin nach Delmenhorst, das war schon eine krasse Umstellung“, lächelt Detlev Diepenbrock.
Im Sommer 1979 fasste er dann den Entschluss, sich mit einem Architekturbüro selbstständig zu machen. Bauprojekte planen und umsetzen, so dass diese wirtschaftlich, nachhaltig und schön sind, ist die Philosophie von Detlev Diepenbrock. Dazu sollen sie in der jeweiligen Straße positive Beachtung finden.
Architektur ist für ihn nicht nur ein Beruf, sondern seine Leidenschaft. Seit vielen Jahren steht ihm seine Ehefrau Christine nun auch beruflich zur Seite, denn auch sie hat später noch Architektur studiert. Neben vielen Wohnungen in Lemwerder ist ein großes Projekt in Falkensee bei Berlin in Planung.
Wie heißt in einem Lied von Udo Jürgens so schön: „Mit 66 Jahren, ist noch lang noch nicht Schluss“. Das gilt bei Detlev Diepenbrock auch noch mit 67 Jahren.
Detlev Diepenbrock, Architekt aus Rethorn
