Hude - Erzieherinnen und Erzieher müssen erkennen, dass es in der Arbeit mit ihnen Kindern nicht um Belehrung geht, sondern darum, gemeinsam etwas Neues zu entdecken. Das sagt Pit Brüssel. Es geht ihm um die Fähigkeit, die Kinder zu Wort kommen zu lassen, ihnen zu vertrauen und ihnen viel zuzutrauen.

Wie das funktionieren kann, vermittelt der Künstler, Musiker und Kunstpädagoge aus Aachen an diesem Wochenende bereits das achte Mal im Huder Kindergarten Regenbogeninsel als Referent einer Fortbildung für das Kindergartenteam und Gäste.

Dabei geht es nicht nur um Theorie, sondern vor allen Dingen auch um eigenes Ausprobieren und das Reflektieren über die „Choreographie des Lernens“. Die Fortbildung wird in Zusammenarbeit mit der Regio-VHS angeboten.

„Von Schlaumeierkisten, Wissensinseln und Erfinderateliers“ sind die zwei Tage dieses Mal überschrieben. „Wir haben die Fortbildung bewusst auf einen Freitag und einen Sonnabend gelegt, so dass die Eltern nur durch einen Schließungstag betroffen sind“, sagt Kindergartenleiterin Anke Jacobs. Sie möchte die regelmäßigen Fortbildungen mit Pit Brüssel nicht missen. Der Autor vieler Fachbeiträge und des Buchs „Professor Kleinsteins Experimentierwerkstatt für Kinder“ regt die Erwachsenen immer wieder an zum Quer- und Um-die-Ecke-Denken. Denn auch die Kinder sind Querdenker und Andersdenker, sagt er.

Für Pit Brüssel ist alles wichtig, was zur Selbsttätigkeit der Kinder führt. Dann seien die Lerneffekte viel effizienter und nachhaltiger, als wenn es um Angelerntes und auswendig Gelerntes gehe.


Wichtig sei es, beim Interesse der Kinder anzusetzen und nicht Dinge vorzugeben. Die Kinder sollen zum Experimentieren angeregt werden. Dazu eigne sich zum Beispiel Material, das wenig koste. Brüssel findet zum Beispiel eine „Schrottkiste“ toll. Sie enthält alle möglichen Dinge, mit denen Kinder versuchen können, Töne zu erzeugen. Oder die Holzwerkstatt, in der Kinder experimentieren können. Wasser, Sand und viele andere Dinge regen die Fantasie und die Experimentierfreude ebenfalls an, ohne dass am Ende ein vorgegebenes Ziel erreicht werden muss. „Es kommt mehr auf den Prozess an als auf das Ergebnis“, betont der Referent.

Im Vordergrund steht die Frage, was macht Kinder stark für die Zukunft, was macht sie fit für Leben? Brüssel nennt die sozialen Komponenten, wie gute Persönlichkeit, Teamfähigkeit oder die Fähigkeit, Problemlösungen zu lernen. Kindern könne auf diesem Weg dorthin am besten geholfen werden, wenn Erwachsene versuchten, die vorhandenen Muster in ihren Köpfen zu unterbrechen, um Denkbewegungen der Jüngsten auf die Spur zu kommen.