Friesoythe/Hamburg - In der Einfachheit liegt die Komplexität – ein Grundsatz, der den kulinarischen Anspruch von Thomas Imbusch auf den Punkt bringt. Für seinen kreativen Einsatz an Grill und Bratentopf wurde der gebürtige Friesoyther unlängst zum Aufsteiger des Jahres 2015 gekürt. Verliehen wurde ihm dieser in der Gastronomieszene begehrte Titel von der österreichischen Zeitschrift „Rolling Pin“. „Diese Auszeichnung ist eine wahnsinnige Bestätigung meiner Arbeit“, freute er sich im Gespräch mit der NWZ .

Seit rund zwei Jahren arbeitet der 27-Jährige als Küchenchef in Tim Mälzers Restaurant „Off Club“ in Hamburg-Bahrenfeld. Die Leidenschaft für gute Lebensmittel und qualitativ hochwertige Gerichte seien es gewesen, die in ihm bereits in früher Jugend die Begeisterung für diesen Beruf wachsen ließen, so Imbusch. „Meine Eltern haben mich zum Glück schon früh in viele Restaurants mitgenommen, da konnte ich als Kind ganz viel kennenlernen. Und meine Oma hatte immer einen ganz tollen Gemüsegarten.“

Die Lehre in der Restaurantküche im Bremer Parkhotel war nach erfolgreich bestandenem Schulabschluss denn auch nur logische Folge. Nachdem es ihn nach der Ausbildung zunächst an die Herde von Drei-Sterne-Köchen wie Alain Ducasse und Christian Bau verschlug, zog es den Friesoyther vor rund fünf Jahren zurück in norddeutsche Gefilde.

„Mit 22 Jahren habe ich bei Tim Mälzer in der ’Bullerei’ angefangen“, erinnert er sich, „damals wollte ich noch ganz viel ausgefallene Sterneküche kochen, heute möchte ich, dass der Gast sein Gericht versteht und weiß, was er da eigentlich zu sich nimmt.“

So gehe es ihm nicht darum, kulinarischen Trends hinterher zu jagen, sondern seine Gäste mit guten Zutaten und einfachen Gerichten geschmacklich zu überzeugen.

„Natürlich soll es nicht Currywurst-Pommes sein, aber gerade mit gutem Essen lassen sich ganz viele Emotionen wecken“, ist er überzeugt, „beispielsweise Pfannkuchen – die lassen doch fast jeden an seine Kindheit zurückdenken.“


Sein Tagesgeschäft sieht der Koch daher weniger als Beruf, denn als Berufung. „Um diesen Job gut zu machen, braucht es mehr als handwerkliche Fähigkeiten, entscheidend ist Kreativität und Disziplin. Gerade wenn es um das Entwickeln neuer Gerichte geht, hat der Arbeitstag schnell mal 18 Stunden.“ Ein Einsatz, der sich lohnt, weiß Imbusch: „Der Laden ist voll, den Gästen schmeckt’s und auch meine Familie kommt gerne zum Essen vorbei.“