Barßel - Es ist kurz vor 16 Uhr. Eine Menschentraube hat sich vor der Soesteschule in Barßel gebildet. Jeden Dienstag sind Margret Dreesmann und ihre Mitstreiter im Einsatz, um die „Caritas Lebensmittelausgabe (Carla) der Gemeindecaritas im Dekanat Friesoythe“ vorzubereiten.

Noch würden die Kapazitäten ausreichen, sagt Margret Dreesmann, Ansprechpartnerin für die Außenstelle. Doch wie sich langfristig die Situation verändern wird, ließe sich schwer abschätzen. Insgesamt 170 Ehrenamtliche seien derzeit im Nordkreis für die Tafel im Einsatz, erklärt die Barßelerin, die zudem als Patin Flüchtlinge in der Gemeinde unterstützt. Zwar gebe es sprachliche Barrieren. „Doch mit Händen und Füßen kann man viel erreichen“, sagt sie.

Bei jedem Besuch der Lebensmittelausgabe würden die Flüchtlinge immer neue Wörter lernen, freut sich Margret Dreesmann. Oft würden die Kinder ihre Eltern als Dolmetscher unterstützen. Wünschenswert wäre ein Treffpunkt vor Ort, der das gegenseitige Kennenlernen fördere und mögliche Vorurteile abbaue, meint sie.

Auch Walat (25) und Sherin Z. (21) warten auf die Lebensmittelausgabe. Das junge Paar schaut das erste Mal vorbei. Vor einer Woche seien sie in Barßel angekommen, erzählen die beiden Syrer. Die 33-jährige Fatenan A., ebenfalls aus Syrien, hilft dem Paar beim Übersetzen. Walat und Sherin Z. hatten in Kobane gelebt, bis sie vor der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) flüchten mussten. Die junge Frau ist im sechsten Monat schwanger. Ihr Mann hatte in Syrien als Zimmerer gearbeitet. Sherin studierte Französisch. Wie viele weitere Flüchtlinge stehen sie vor einer ungewissen Zukunft. Auch Fatenan A. hat mit der Ungewissheit zu kämpfen. „Ich weiß nicht, was kommen wird“, sagt die Syrerin. Sie alle verbindet der Wunsch nach einem Neuanfang.