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,Mit heißem Wasser arbeiten‘

Von Wolfgang Grave

Frage:

Herr Kunterding, welche Folgen hat der in diesem Jahr bis in den März andauernde Winter für die Vogelwelt?

Kunterding:

Eigentlich keine besonders gravierenden. Der Winter war nicht allzu hart und die Sterblichkeitrate nicht höher als üblich.

Frage:

Gibt es eigentlich auch Vögel, die im Winter brüten?

Kunterding:

Selbstverständlich. Zu ihnen gehört zum Beispiel der Fichtenkreuzschnabel. Er ernährt sich vor allem von Fichtensamen.

Frage:

Die Balz der Vögel hat jetzt begonnen. An vielen Stellen der Gemeinde Ganderkesee erblickt man Nistkästen. Sind beim Eigenbau oder beim Kauf eines Nistkastens bestimmte Kritierien zu beachten?

Kunterding:

Sie sollten in jedem Fall nicht zu klein sein. Eine Meise legt schließlich bis zu 12 Eier. Ist zu wenig Platz im Nistkasten, besteht die Gefahr dass das nasse Gefieder der Eltern in Kontakt mit dem noch ungefiederten Nachwuchs kommt und dieser deswegen verklammt und schließlich stirbt.

Frage:

Müssen die alten Nistkästen gereinigt werden?

Kunterding:

Ja, denn in ihnen befindet sich sehr viel Ungeziefer. Dazu gehören zum Beispiel Haarlinge, Flöhe oder Lausfliegen. Sie schwächen die Vögel. Gerade kranke Tiere können sich gegen diese Parasiten nicht wehren.

Frage:

Und wie macht man das?

Kunterding:

Wichtig ist, dass beim Reinigen keine Chemikalien verwendet werden. In einem ersten Schritt sollte zunächst das alte Nistmaterial entfernt werden. Dann sollte man mit heißem Wasser arbeiten.

Frage:

Ab und an sind in den Gärten vereinzelt Futterhäuschen zu entdecken . . .

Kunterding:

. . . die aber nicht mehr notwendig sind. Eigentlich sollte man nur bei gefrorenem Boden oder hohem Schnee füttern. Besser wäre es sowieso, wenn die Gärten naturgerecht gestaltet würden, so dass die Vögel dort Nahrung fänden. Allerdings sollte man das Füttern auch nicht verteufeln. Gerade Kinder können so mit den Vogelarten vertraut gemacht werden.

Tierarzt Dr. Manfred Kunterding ist Mitglied der Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee. Nistkästen sollten ausreichend Platz für den künftigen Nachwuchs der Vögel bieten, sagt er.

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