Jever/Ghana - Celina Yelpoe und Moses Lambon aus Ghana sind zweieinhalb Wochen lang in Deutschland unterwegs und erzählen von ihren Erfahrungen mit Mikrokrediten von Opportunity International Deutschland. Auf Einladung des Freundeskreises Weser-Ems um Pastor Rüdiger Möllenberg, Jochen Ewald und Dr. Karl Harms kommen sie am Dienstag, 12. November, nach Jever. Im Gemeindehaus am Kirchplatz werden sie ab 18.30 Uhr von ihrem Leben berichten.
Wenn Bankmitarbeiter Moses Lambon sich zu seinen Kunden aufmacht, braucht er ein Kanu, um einen Fluss zu überqueren, und ein Motorrad, um den Rest der Strecke zurückzulegen. Denn zwischen dem Mitarbeiter von Opportunity International und seinen Klienten liegen häufig große Distanzen. Mit seiner Arbeit unterstützt Lambon Frauen in Ghana dabei, sich selbstständig zu machen.
Mit den so genannten Mikrokrediten – Kleinkrediten – können sich Frauen ein eigenes Geschäft aufbauen und so den Sprung aus der Armut schaffen. Das geliehene Geld zahlen sie später zurück.
Ein Beispiel ist Celina Yelpoe, die Moses Lambon nach Deutschland begleitet hat, um von ihren Erfahrungen und ihrem Geschäft zu berichten. Die dreifache Mutter verkaufte zuvor, wie tausende Frauen in Ghana, Kleinigkeiten, etwa Schokolade und Getränke, an der Straße. Damit konnte sie ihre Familie allerdings nur schwer ernähren.
Nachdem sie Kontakt mit der Partnerorganisation von Opportunity in Ghana, Sinapi Aba Trust, und somit auch mit Kreditbetreuer Moses aufgenommen hatte, nahm sie erstmals einen Mikrokredit auf.
Mit umgerechnet 70 Euro, die Celina Yelpoe in den folgenden fünf Monaten von ihrem Einkommen an die Bank zurückzahlte, vergrößerte sie zunächst ihr Kleinunternehmen. Moses schlug ihr schließlich vor, auf Viehzucht umzusteigen, um noch mehr Einkommen zu generieren.
Celina Yelpoe folgte Moses Vorschlag. Mit Hilfe eines Landwirts baute sie sich eine Hühnerfarm auf, die mittlerweile bis zu 1000 Eier pro Tag abwirft. Ihr kleines Unternehmen läuft so gut, dass sie sechs Angestellte hat und damit nicht nur sich selbst und ihre Familie aus der Armut befreien konnte, sondern auch sechs weiteren Menschen aus Ghana eine berufliche Perspektive bietet.
Der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity hat in sechs Jahren seit seiner Gründung mehr als 500 000 Euro Spenden für die Mikrofinanzorganisation eingeworben. Alle Interessierten sind zu dem Abend willkommen.
