Edewecht - Er nutzt die Fehler der Natur, um Heide in den unterschiedlichen Farben und Arten zu züchten. Diese Arbeit brachte Kurt Kramer – wie berichtet – eine besondere Auszeichnung ein. Ende November zeichnete die Gartenbau-Fachzeitung Taspo den Edewechter Heidezüchter als „Unternehmer des Jahres 2012“ aus, weil er mit seinem Sortiment an winterharten Knospenblühern – den „Gardengirls“ – eine Erfolgsgeschichte im deutschen Gartenbau geschrieben habe.

Der gelernte Zierpflanzengärtner wuchs auf dem elterlichen Hof in Edewecht auf. Bereits als Kind hatte Kramer eine Vorliebe für Pflanzen und ließ sich später in diesem Bereich ausbilden, statt die Tierzucht seiner Eltern fortzuführen. Bereits nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Meisterausbildung in der Fachrichtung Baumschule begann er sich schon ab 1970 auf die Züchtung von Heide zu spezialisieren.

„Die Heide ist eine winterharte Pflanze, kann auch im Winter im Garten bleiben und hat auch deshalb Vorteile im Verkauf“, zählt Kurt Kramer Vorteile dieses Gewächses auf. Auch wenn Heide nur im Sommer wachse, so blühten die verschiedenen Heidesorten zu allen Jahreszeiten und seien mit ihrer Farbenpracht ein Genuss für das Auge.

Durch Kreuzungsversuche seien verschiedene Sorten entwickelt worden, für die der Edewechter einen „Schutzantrag“ stellte. Damit war gesichert, dass andere Züchter Kramers Pflanzen nicht ohne dessen Erlaubnis nachzüchten durften.

Vor knapp zehn Jahren stellte Kramer die Stecklingsproduktion ein und konzentrierte sich ganz auf die Lizenzverwaltung seiner Züchtungen. Mit der Vergabe der Lizenzen bestimmt der Züchter, in welcher Menge seine Pflanzen gezogen werden dürfen. Damit sollen eine Überproduktion und ein Preisverfall vermieden werden.


Die Auszeichnung zum Unternehmer des Jahres 2012 ist nicht der erste Preis, den Kurt Kramer erhielt. Bereits 2004 wurde ihm die Georg-Arends-Gedächtnismedaille als vorbildlicher Züchter überreicht. 2008 wurde er von der Zeitschrift Taspo für die beste marktfähige Neuheit „Athene“ ausgezeichnet.

Seine Arbeit als Heidezüchter ist für den 69-Jährigen eine Lebensaufgabe. Mit seinen „Twin-Girls“, „Garden-Girls“ oder auch „Girls“ hat Kramer in seiner Branche internationales Ansehen erworben. Sein „Erbe“ ist geregelt, damit das System der Lizenzvergabe, in dem er 13 Jahre lang marktführend war, erhalten bleibt. Wer sehen möchte, wie vielfältig Heide sein kann, sollte den Park der Gärten besuchen. Dort finden sich auch Züchtungen von Kurt Kramer.