Ganderkesee - „Er hat nur eine kleine Beule. Sonst gar nichts.“– Uwe Schwager kam ins Schwärmen, als er am Montag seine Neuerwerbung zeigte. Der Hoyersweger hat einen Krankenwagen gekauft, Baujahr 1990, mit 16 000 Kilometern „auf dem Buckel“. Behalten will Schwager das Gefährt allerdings nicht. Vielmehr wird es eine rollende Spende sein: Mitte bis Ende Juni will Schwager aufbrechen in Richtung Gambia (Westafrika). Der Krankenwagen soll den Helfern des Gesundheitszentrums von Buniadu beim Helfen helfen.

Kurz zum Hintergrund: Schwager koordiniert schon seit Jahren von Ganderkesee aus Hilfslieferungen nach Gambia. Er unterstützt damit die Arbeit der Ex-Ganderkeseer Heike und Heiner Tautz, die mit dem Verein „Riverboat-Doctors-International“ ab 2001 vor Ort eine medizinische Versorgung aufgebaut hatten. 2007 eröffneten sie in Buniadu, einem Dorf auf der Nordseite des Gambia-Flusses, ein Gesundheitszentrum.

„Die Menschen kommen von weit her zu Fuß in dieses Zentrum“, sagte Schwager. „Zehn Kilometer sind da nichts.“ Nur: Manche Patienten seien nicht in der Lage, lange Strecken zurückzulegen. Der Krankenwagen solle ermöglichen, sie abzuholen.

Damit gleich mehrere Patienten mitgenommen werden können, hat Schwager einen Krankenwagen ausgewählt, in dem vier Tragen eingebaut sind. Ein fünfter Patient könne in der Mitte liegen. Ganz bewusst habe er sich beim Kauf für ein älteres Baujahr entschieden: „Der kann vor Ort repariert werden.“ Bei neuen Modellen „geht das nicht“.

Bei der Vorbereitung der Tour kann der Hoyersweger auf Unterstützer zählen. So habe sich Thorsten Leiner bereiterklärt, in seiner Werkstatt zum Beispiel die Zahnriemen zu wechseln, den Wagen zu checken. Klaus Huntemann in Delmenhorst wolle sich ums Äußere des Fahrzeugs kümmern.

Fest steht bereits die Route – die über Frankreich, Spanien, via Fähre nach Marokko, über Westsahara, Mauretanien und Senegal führen werde. „6200 Kilometer“ kämen zusammen, weiß Schwager.


Für die Tour sucht er zurzeit einen Beifahrer, der allerdings die Rückflugkosten selber tragen müsse.