Wiefelstede - Navigationsgeräte sind was Feines. An diesem Freitag ist das GPS-System, das täglich Millionen von Autofahrern ans Ziel bringt, seit genau 20 Jahren in voller Betriebsbereitschaft. Neben Autofahrern nutzen aber auch so genannte „Geo-Cacher“ die Technologie, um ihrem Hobby zu frönen.
Geo-Caching ist eine elektronische Schnitzeljagd, bei der mit Hilfe von GPS-Geräten versteckte kleine Behälter gefunden werden müssen. Darin befindet sich dann ein Logbuch, in das sich der Finder eintragen darf. Solche Caches gibt es auch in Wiefelstede – und ganz nebenbei kann man so auch noch etwas über die Ortsgeschichte lernen.
Denn eine der Routen nennt sich „Damals in Wiefelstede“, führt an einigen historischen Gebäuden und Orten vorbei und liefert alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen und einen kurzen historischen Abriss gleich mit.
Vier Verstecke
Das erste Versteck findet sich irgendwo beim heutigen Heimatmuseum. 1836 wurde das Gebäude errichtet. Zunächst war dort die Schmiede Eilers. Später kaufte Gerhard Buschmann das Haus, der in seiner Fahrrad- und Motorradwerkstatt auch Arzneimittel anbot. Eine richtige Apotheke gab es erst 1957 im Ort.
In dem Haus fand sich außerdem noch Platz für eine Schumacherwerkstatt. Später wurden dort auch Autos repariert. Seit Anfang der 90er Jahre befindet sich dort das Heimatmuseum.
Von dort geht es quer über den Friedhof. Irgendwo bei der Gemeindebücherei soll es schließlich noch ein Versteck geben. Das Büchereigebäude war ursprünglich eine Schule. Heute sind in dem Haus neben der Bücherei ein Teil der Gemeindeverwaltung und eine Schulküche.
Der dritte Teil der Schnitzeljagd führt zum Hof Kleiberg. Wiefelstede entwickelte sich als so genanntes „Haufendorf“. Das heißt, dass die Bauernhöfe alle dicht beieinander lagen. Als es im Ort zu eng wurde, zogen sie nach und nach raus aus dem Dorf.
Das Gebäude ging in den Besitz der Gemeinde über, die dort zunächst ihren Bauhof betrieb. Als es auch dem zu eng wurde, wurde dort das Dorfgemeinschaftshaus errichtet. Dieses „Haus des Gastes“ wurde später wieder in Hof Kleiberg umbenannt.
Finale am Eselbült
Zuletzt geht es auf den Eselbült. Das ist die Kreuzung, an der sich August-Hinrichs-Straße und Hauptstraße treffen. Der Name rührt von einem Pranger in Eselform, der dort auf einem Hügel stand. Da wurden Arbeitsscheue, Landstreicher und ungehorsame Soldaten drauf gesetzt.
Im Haus direkt auf der Ecke waren schon einige Geschäfte; zuletzt eine Fahrschule. Jetzt steht es leer. Gegenüber ging es zur Molkerei, die nach dem Neubau in Dringenburg abgerissen wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf dem Platz am Eselbült ein Denkmal für die Gefallenen errichtet. Später zog es um auf den Denkmalsplatz an der Kirche.
Und dann ist der Ortsspaziergang auch schon zu Ende. Was jetzt? Wer immer diese Tour erstellt und die Caches versteckt hat, verweist auf die Eisdielen und Cafés in der Nähe. Wohl bekommt’s.
