Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Geo-Caching Mit Navi in die Vergangenheit

Christopher Hanraets

Wiefelstede - Navigationsgeräte sind was Feines. An diesem Freitag ist das GPS-System, das täglich Millionen von Autofahrern ans Ziel bringt, seit genau 20 Jahren in voller Betriebsbereitschaft. Neben Autofahrern nutzen aber auch so genannte „Geo-Cacher“ die Technologie, um ihrem Hobby zu frönen.

Geo-Caching ist eine elektronische Schnitzeljagd, bei der mit Hilfe von GPS-Geräten versteckte kleine Behälter gefunden werden müssen. Darin befindet sich dann ein Logbuch, in das sich der Finder eintragen darf. Solche Caches gibt es auch in Wiefelstede – und ganz nebenbei kann man so auch noch etwas über die Ortsgeschichte lernen.

Denn eine der Routen nennt sich „Damals in Wiefelstede“, führt an einigen historischen Gebäuden und Orten vorbei und liefert alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen und einen kurzen historischen Abriss gleich mit.

Vier Verstecke

Das erste Versteck findet sich irgendwo beim heutigen Heimatmuseum. 1836 wurde das Gebäude errichtet. Zunächst war dort die Schmiede Eilers. Später kaufte Gerhard Buschmann das Haus, der in seiner Fahrrad- und Motorradwerkstatt auch Arzneimittel anbot. Eine richtige Apotheke gab es erst 1957 im Ort.

In dem Haus fand sich außerdem noch Platz für eine Schumacherwerkstatt. Später wurden dort auch Autos repariert. Seit Anfang der 90er Jahre befindet sich dort das Heimatmuseum.


Von dort geht es quer über den Friedhof. Irgendwo bei der Gemeindebücherei soll es schließlich noch ein Versteck geben. Das Büchereigebäude war ursprünglich eine Schule. Heute sind in dem Haus neben der Bücherei ein Teil der Gemeindeverwaltung und eine Schulküche.

Der dritte Teil der Schnitzeljagd führt zum Hof Kleiberg. Wiefelstede entwickelte sich als so genanntes „Haufendorf“. Das heißt, dass die Bauernhöfe alle dicht beieinander lagen. Als es im Ort zu eng wurde, zogen sie nach und nach raus aus dem Dorf.

Das Gebäude ging in den Besitz der Gemeinde über, die dort zunächst ihren Bauhof betrieb. Als es auch dem zu eng wurde, wurde dort das Dorfgemeinschaftshaus errichtet. Dieses „Haus des Gastes“ wurde später wieder in Hof Kleiberg umbenannt.

Finale am Eselbült

Zuletzt geht es auf den Eselbült. Das ist die Kreuzung, an der sich August-Hinrichs-Straße und Hauptstraße treffen. Der Name rührt von einem Pranger in Eselform, der dort auf einem Hügel stand. Da wurden Arbeitsscheue, Landstreicher und ungehorsame Soldaten drauf gesetzt.

Im Haus direkt auf der Ecke waren schon einige Geschäfte; zuletzt eine Fahrschule. Jetzt steht es leer. Gegenüber ging es zur Molkerei, die nach dem Neubau in Dringenburg abgerissen wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf dem Platz am Eselbült ein Denkmal für die Gefallenen errichtet. Später zog es um auf den Denkmalsplatz an der Kirche.

Und dann ist der Ortsspaziergang auch schon zu Ende. Was jetzt? Wer immer diese Tour erstellt und die Caches versteckt hat, verweist auf die Eisdielen und Cafés in der Nähe. Wohl bekommt’s.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham
Wo ist der Obdachlose hin? Kurz vor der Einmündung des Heidkamper Wegs in die Metjendorfer Straße in Neusüdende hatte sich der Mann mehrere Monate aufgehalten.

OBDACHLOSER IN NEUSÜDENDE Einsatz von Landkreis und Polizei – Mann wird jetzt medizinisch versorgt

Frank Jacob
Neusüdende
Analyse
Am Sonntag, 26. Juni,  war in Thüringen über Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister sowie über Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte abgestimmt worden. Nun stehen Stichwahlen vor der Tür.

STICHWAHLEN IN THÜRINGENS KOMMUNEN IM JUNI „AfD neben der CDU sozusagen die Volkspartei“

Mey Dudin Büro Berlin
Nach einer Fahrt unter Cannabiseinfluss ist der Führerschein weg. Durch das Cannabisgesetz ändern sich aber nicht nur die Blutwerte, ab denen die Fahrerlaubnis entzogen wird, sondern auch, wie man sie zurückbekommt. Der Fachdienst Straßenverkehr des Landkreises Wesermarsch erklärt, warum Kiffer nicht mehr zur MPU müssen (Symbolbild).

FÜHRERSCHEINENTZUG NACH CANNABISKONSUM Kiffer müssen nicht mehr zwingend einen „Idiotentest“ ablegen

Tim Rosenau
Brake
Das Café und Bistro „de Mood“ an der Schlachtstraße in Jever: Hier am Brunnen ist es an Himmelfahrt zu rassistischem Gegröle gekommen.

GEGRÖLE WIE AUF SYLT Café-Inhaberin aus Jever nach rassistischem Vorfall enttäuscht von Polizei

Svenja Gabriel-Jürgens
Jever