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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG: Mit neuen Dienstleistungen abheben

11.07.2009

HANNOVER Es rumpelt, es rappelt, es ist laut, und es riecht nach Flugbenzin. Mit gut 20 Kilometern pro Stunde wackeln wir in einer alten, klapprigen Propellermaschine auf die Startbahn des Flughafens Hannover. Wir, das sind 16 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Unser Ziel: Magdeburg, Halle an der Saale und Dessau. Mal gucken, was sich wirtschaftlich dort entwickelt.

Vor gut drei Jahren haben sich die drei Städte in Sachsen-Anhalt zum sogenannten Tagungsdreieck zusammengeschlossen. Dort, wo früher Wartburg-Karossen, Zweiräder und Leichtmetallflugzeuge hergestellt wurden, soll jetzt getagt und übernachtet werden.

Bekannt als „Tante Ju“

Apropos Metallflugzeuge. In genau so einem sitzen wir gerade. 1936 in Dessau gebaut, hat die Junkers Ju 52/3M, besser bekannt als „Tante Ju“, schon viele Jahrzehnte und eine aufregende Geschichte hinter sich. Sie flog in Deutschland, Norwegen und Ecuador. An Bord Passagiere oder auch Esel. 1984 kaufte die Lufthansa die Maschine wieder und restaurierte sie. Seitdem wird sie vor allem für Rundflüge genutzt. Zum Beispiel über das „Tagungsdreieck“.

Mit nur 120 Kilometern pro Stunde heben wir ab und brummen gen Osten. „Das ist kein Lärm, das sind Fluggeräusche“, schreit Flugbegleiterin Sonja Meise uns zu. Sie fliegt in ihrer Freizeit mit der „Tante Ju“, genau wie die drei Piloten, die sich vorne ins Cockpit gezwängt haben. Mehrere Jahre stand Sonja Meise auf der Warteliste, nun darf sie, so lange sie möchte, auf Rundflügen „Tante-Ju-ich-war-dabei“-Anstecker und Postkarten verteilen.

Magdeburg liegt 600 Meter unter uns. Oder neben uns. Oder über uns. So genau kann ich das nicht mehr feststellen. Pilot Axel Holler meint es gut, und schwenkt erst rechts und dann links herum. Und noch mal rechts und wieder links. Als wir wieder einigermaßen waagerecht in der Luft liegen, guckt die eine Hälfte der Passagiere nicht mehr ganz so glücklich.

Ich schon, denn jetzt darf ich ins Cockpit. Zwei Meter muss ich dafür hinter mich bringen. Gar nicht so einfach, wenn Axel Holler jedes Luftloch mitnimmt. Ich hüpfe unfreiwillig nach vorn und quetsche mich ins Cockpit. Rechts sitzt Co-Pilot Wilfried Becker mit einer Landkarte auf dem Knie, links Pilot Axel Holler mit dem Steuer in der Hand. Ich stehe dazwischen und genieße die Aussicht.

Abstecher zum Flughafen

Unten sieht man schöne Landschaften. Gut nachvollziehbar, dass hier Dienstleistungen rund um den Fremdenverkehr entwickelt werden können – wie Tagungen. Viele alte Industrien im Osten sind weggebrochen. Die Zukunft gehört dem Service-Sektor, da ist man sich einig.

Pilot Holler neigt den Steuerknüppel und nimmt Kurs auf Dessau. Mein Bauch hüpft. Ein Gefühl, das ich vom Karussellfahren kenne. Allerdings ist hier die Aussicht besser. Nach links und nach rechts, nach links und nach rechts – wir könnten ewig so weitermachen. Geht aber nicht, wir wollen ja noch nach Halle an der Saale. Und zum Flughafen Halle-Leipzig. Der steht für eine der Erfolgsstorys der neuen Bundesländer. Hier haben sich viele Logistiker angesiedelt. Dienstleistungen wurden zum regionalen Wirtschaftsmotor. Man wirbt mit Flexibilität.

Und zeigt sie in der Praxis. „Die da unten haben über Funk gefragt, ob wir mal spontan Hallo sagen wollen“, erklärt Holler. Und drückt die alte Tante Ju hinunter.

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Mehr Bilder vom Flug unter: www.NWZonline.de/fotos-

wirtschaft

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