Prinzhöfte - Schmierseife rieben die vielen Helferinnen und Helfer beim Schafschurfest auf dem BUND-Hof „Ton Wendbüdel“ am Grenzweg in der Gemeinde Prinzhöfte am Samstag in die abgeschorene Schafwolle. Das Ziel war dabei, daraus ein Fell im Ganzen zu machen, das ganz ohne Schlachten der Tiere auskommt.
„Mit dem Filzen der Wolle erhalten wir ein Fell, das nicht wie beim Schlachten von der Haut zusammengehalten wird, sondern durch die Verfilzung der Wolle“, erklärte BUND-Hof-Leiter Dr. Wulf Carius auf Nachfrage. Immer wieder demonstrierte er, wie mit den Fingern unter gleitenden Bewegung am Ende aus der Wolle der 40 hofeigenen Mutterschafe schöne Schaffelle entstehen.
„Bringen wir die abgeschorene Wolle weg, gibt es zehn Cent pro Kilogramm. Dafür lohnt sich keine Fahrt. Die Treibstoffkosten wären schön höher“, erklärte Carius weiter. „Filzen wir aber die Wolle, erhalten wir ein ganzes Fell, das wunderbar verwendet werden kann.“ Das kostet dann 20 Euro und ist damit um einiges günstiger als die herkömmlichen Schaffelle, die verkauft werden.
Das Schafschurfest auf dem Hof Ton Wendbüdel lockte viele Zuschauer an, die selber aktiv werden konnten. Darunter auch Kinder, die gerne die wolligen Schafe streicheln wollten. „Das geht heute aber gar nicht, weil es viel zu gefährlich ist. Die Tiere sind aufgeregt, auch wenn sie die Prozedur kennen, wenn sie vom Fachmann geschoren werden“, sagte Dr. Wulf Carius weiter.
Schafscherer Holger Petzold war aus Emstek angereist. In Windeseile befreite er die Schafe von ihrem wolligen Pelz in einem Stück. „Die Schafschur nehmen wir immer Ende Juni vor. Dann kann sich das sogenannte Winterhaar für die kältere Jahreszeit bestens entwickeln“, betonte der Betriebsleiter weiter.
Gerade sprang wieder ein Schaf von Petzold weg. Das nächste Schaf war an der Reihe. Daneben wurde an einem Nebentisch der gröbste Schmutz aus der Wolle entfernt. Sie kam zum Filzen auf den Tisch und wurde schließlich noch einmal in der Schmierseife gewaschen. Fett ist nötig, um die verfilzten Haare zusammenzuhalten und vor allem auch die Selbstreinigungskraft der Wolle zu unterstützen.
Nach und nach wurden aus den wolligen Mutter- „nackte“ Schafe. Doch das dauerte seine Zeit, wie Carius abschließend bestätigte. Den Gästen wurde die Zeit dabei nicht zu lang. Vor allem dann nicht, wenn Kinder mit zum Schafschurfest angereist waren.
