Einswarden - Peter Nottelmann zögert nicht einen Moment: „Das ist daneben gegangen“, sagt er auf die Frage, wie er die Erfolge des Sanierungsprogramms Soziale Stadt bewertet. Sein Mitstreiter Albrecht Riecke sieht die Sache genauso kritisch. „Klassenziel nicht erreicht“, bringt er seine Enttäuschung über das ambitionierte Millionenprojekt auf den Punkt, das Einswarden attraktiver und lebenswerter machen sollte.
Die beiden Anwohner der Heiligenwiehmstraße haben das Sanierungsproprogramm von Anfang an begleitet und wissen, wovon sie reden. Peter Nottelmann steht als 1. Vorsitzender an der Spitze der Interessengemeinschaft der Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet Einswarden (IGESE), Albrecht Riecke ist sein Stellvertreter. Sie sind sich darüber einig, dass bei dem mehrjährigen Vorhaben zur Stadtteilentwicklung zu sehr der Schwerpunkt auf Bauprojekte – wie Straßenerneuerungen – gelegt worden sei.
„Mit baulichen Maßnahmen allein kann man einen Ort nicht positiv verändern“, sagt Albrecht Riecke, „hier in Einswarden liegen die Probleme ganz woanders.“ Damit meint er die Bevölkerungsstruktur. Ausgerechnet das gesellschaftliche Gefüge des Stadtteils, das bei dem Programm Soziale Stadt ja im Vordergrund stehen sollte, sei nicht ausreichend berücksichtigt worden.
Die 1999 gestartete Fördermaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von etwa 7 Millionen Euro sind inzwischen abgearbeitet. Die Grundeigentümer, deren Immobilien durch die Sanierungsprojekte eine Aufwertung erhalten haben, müssen zum Ausgleich sogenannte Abschöpfungsbeträge bezahlen. Und die sind in der Höhe nicht unumstritten.
Die 22 Mitglieder zählende IGESE versteht sich aber nicht nur als Sprachrohr der Grundeigentümer, sondern sieht sich auch als ein Verein, der „ein bisschen Leben nach Einswarden bringen will“. So formuliert es Albrecht Riecke, der gleichzeitig bedauert, dass es der IGESE leider nicht gelinge, mit ihren Veranstaltungen alle Leute in Einswarden zu erreichen. „Das ist unmöglich“, hat der Vize-Vorsitzende feststellen müssen.
