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Bahnumfahrung Sande Mögliche Nachteile für Landwirte mildern

Sande - Wenn eines Tages der Bau der Sander Bahnumfahrung nicht nur auf Landkarten und Computergrafiken in der Landschaft liegt, sondern tatsächlich bislang zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen und Grünland zerschneidet und eine über Jahre gewachsene Bewirtschaftsungs- und Infrastruktur beeinträchtigt, dann soll ein vor­ausgegangener Flächentausch die Nachteile vor allem für die Landwirte weitgehend abgemildert oder gar ausglichen haben.

Neuordnung des Gebiets

Flurbereinigungsverfahren nennt sich das Prozedere im Behördendeutsch. Das Verfahren dient dazu, mögliche Klagen zu vermeiden, indem sich die Betroffenen mit dem Bauherrn, in diesem Fall die Bahn, einig werden über alternative Flächen, die so getauscht und zusammengelegt werden, dass – wie in diesem Fall – den Landwirten möglichst keine Nachteile entstehen. So sollen Eingriffe in die Rechte einzelner Grundeigentümer und -pächter sowie mögliche Schäden für die allgemeine Landeskultur durch Zerschneidungen zusammenhängenden Grün- und Weidelands oder Unterbrechungen des Wege- und Gewässernetzes so gering wie möglich gehalten werden.

„Dazu ist jedoch die Neuordnung des betroffenen Gebietes erforderlich“, erläutert Projektleiter Norbert Pott von der Oldenburger Regionaldirektion des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen. Seine Behörde leitet das Flurbereinigungsverfahren und hat Pott zufolge bereits mit der Mehrheit der Betroffenen Gespräche geführt. Vor der offiziellen Einleitung des Verfahrens soll es am Dienstag, 5. März, ab 14 Uhr im Rathaus Sande eine Informationsveranstaltung für die betroffenen Grundstückseigentümer geben. Dort sollen Zweck, Ablauf und rechtliche Aspekte des Verfahrens erläutert werden. Vertreter von Landwirtschaftskammer und Kreislandvolk sind ebenfalls vor Ort.

Für das Projekt Bahnumfahrung Sande werden in größerem Umfang ländliche Grundstücke in Anspruch genommen. Laut Manfred Scheufen von der Flurbereinigungsbehörde beträgt die beanspruchte Fläche für die 6,3 Kilometer lange zweigleisige Bahntrasse, Dammböschungen, Seitengräben und neue Straßenbauwerke 36,5 Hektar. Weitere rund 21 Hektar werden nur während der etwa dreijährigen Bauphase als Arbeitsstreifen und Baustellenflächen benötigt. Die Flächen werden anschließen rekultiviert. In Cäciliengroden sollen zudem externe Kompensationsmaßnahmen mit einer Größe von 17,1 Hektar erfolgen.

Das gesamte Flurbereinigungsgebiet – also das Gebiet, in dem Flächen neu zugeordnet werden – ist Scheufen und Pott zufolge rund 750 Hektar groß. Rund 30 Hektar haben die Bahn und das Amt für Landentwicklung bereits erworben, darunter auch Flächen, die nicht im Trassenverlauf liegen, die aber für einen etwaigen Flächentausch benötigt werden. „Durch geeignete Flächentausche und Zusammenführungen von Flächen und Restflächen soll der Eingriff in die Bewirtschaftungsstruktur gemildert werden“, sagt Norbert Pott.


Unabhängige Beratung

Die Bahn und das Amt für Landentwicklung streben an, auch die restlichen Flächen zu erwerben, um einen rechtlich möglichen anteiligen Landabzug für die Grundstücksbesitzer zu minimieren oder zu vermeiden. Der Schlüssel zum Erfolg eines solchen Verfahren liegt darin, dass das Amt für Landentwicklung unabhängig berät, vermittelt und entscheidet, so der Projektleiter. Persönliche Gespräche mit den Teilnehmern und Behörden sollen für alle Betroffenen zu einer zufriedenstellenden Lösung führen.

Das Flurbereinigungsverfahren soll im März eingeleitet werden. Flächen links und rechts der Bahntrasse, aber auch Flächen im Innengroden und Jeverschen Groden zwischen Deich- und Südstraße gehören zum Verfahren.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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