Cloppenburg - Das Oldenburger Münsterland ist im Jahr 2015 knapp die 700 000er-Marke bei den Übernachtungen vorbeigeschrammt. 698 973 Übernachtungen bedeuten ein Plus von 2,8 Prozent. Damit ist der Zuwachs höher als im Landesschnitt (plus 2,2 Prozent).

Der Kreis Cloppenburg kommt im Gegensatz zum Kreis Vechta (plus acht Prozent) 2015 auf ein leichtes Minus. Dafür sind vor allem Cloppenburg (minus 5,9 Prozent auf 52 600), Friesoythe (minus 6,8 Prozent auf 32 200) und Garrel (minus 5,7 Prozent auf 57 100) verantwortlich. Ein dickes zweistelliges Plus melden Barßel (allerdings immer noch nur 14 500), Lastrup (plus zehn Prozent auf 17 400) und Löningen (plus 19,3 Prozent auf 33 800). Molbergen ist mit 140 000 Übernachtungen klar der Krösus, hier liegt der niederländische Ferienpark Landal.

Im Kreis Vechta meldet Damme einen Zuwachs um 43 Prozent auf 70 500 Übernachtungen. Auch Dinklage, Goldenstedt und Visbek liegen im Plus; Minuszahlen ergeben die 2015er Werte von Neuenkirchen-Vörden (53 200) und Vechta (61 200).

Neben Cloppenburg liegen landesweit noch zwei weitere Reisegebiete im Minus: Emsland/Grafschaft Bentheim mit 0,4 Prozent und Mittelweser mit einem Minus von sogar 4,1 Prozent. Alle anderen Reisegebiete in Niedersachsen melden ein Plus. Ob dieses dem Tourismus oder der florierenden Wirtschaft – und damit Geschäftsreisenden – zuzuschreiben ist, wird vom Landesamt für Statistik, das in gewohnter Art vom „neuen Rekord“ im Tourismusgewerbe schreibt, nicht ermittelt.

Als Walter Hirche (FDP) 2003 zum zweiten Male niedersächsischer Wirtschaftsminister wurde, hatte er gleich im ersten Amtsmonat ein kniffliges Problem. Die Übernachtungszahlen im Lande waren 2002 von 1,90 auf 1,83 Millionen gesunken. Wenig später verkündete die Pressestelle seines Ministeriums: „auf hohem Niveau stabilisiert“.


Als die Zahlen einst nicht mehr so wohlwollende Steigerungen hergaben, wurden die Camping-Gäste (immerhin jetzt vier Millionen) großzügig addiert, Schulungsheime, Vorsorge- und Rehakliniken zählen seit einigen Jahren dazu. Und wer einen Blick in vergangene Jahre wirft, wird leicht feststellen, dass im Harz schon 1991 5,5 Millionen Übernachtungen – jetzt sind es 3,5 Millionen mit Camping und Reha – gezählt wurden.