Molbergen - Der Lidl-Markt an der Cloppenburger Straße 33 in Molbergen soll erweitert werden, bedeutet: Abriss und Neubau auf rund 1455 Quadratmetern Verkaufsfläche (derzeit 1050 Quadratmeter). Der benachbarte Getränkemarkt „Hol ab“ soll ebenfalls modernisiert und um rund 55 auf 500 Quadratmeter erweitert werden. Und auch die Bäckerei Burrichter soll ein moderneres Aussehen erhalten (40 Quadratmeter Verkaufsfläche). Laut Berechnungen kann mit einer Umsatzsteigerung um maximal 2,5 Millionen Euro jährlich gerechnet werden.

Bei der Cloppenburger Stadtverwaltung stoßen die Erweiterungspläne auf „erhebliche Bedenken“, werden doch Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Kreisstadt befürchtet, indem vermehrt Cloppenburger nach Molbergen zum Einkaufen fahren könnten. Diese Bedenken hatte die Stadt im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Aufstellung des Bebauungsplans „Einzelhandel Am Waldeck“ sowie der Änderung des Flächennutzungsplans, die am Montagabend einstimmig den Gemeinderat passiert haben, deutlich gemacht. „Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob der Einzelhandelsstandort beidseits der Cloppenburger Straße mit nunmehr circa 4000 Quadratmetern Verkaufsfläche einem Grundzentrum mit circa 8973 Einwohnern entspricht.“

Die Gemeinde beurteilt die Lage indes völlig anders: Als „vollständig widerlegt“ beurteilte Andreas Unnerstall, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, am Montagabend die Einwände und hält dagegen die Berechnungen des Gutachtens der BBE Handelsberatung GmbH, das von der Gemeinde in Auftrag gegeben worden war, für „belastbar und rechtlich abgesichert“.

Rund 0,3 Millionen Euro würden durch die Lidl-Erweiterung in Molbergen weniger in Cloppenburg ausgegeben, habe die BBE berechnet. „Daraus lässt sich in keiner Weise eine Gefährdung des zentralen Versorgungsbereiches Innenstadt, des Nahversorgungszentrums Osterstraße/Höltinghauser Straße sowie anderer für die wohnortnahe Grundversorgung wichtige Angebotsstandorte ableiten.“

Mit spürbaren Veränderungen des Einkaufsverhaltens der Cloppenburger Bevölkerung infolge der Verkaufsflächenerweiterung des Lidl-Marktes sei nicht zu rechnen. Und auch umgekehrt werde die Erweiterung nicht dazu führen, dass die Molberger Bevölkerung verändert in Cloppenburg einkauft – da das Angebot in Molbergen eh schon breit sei.


Bislang fließen rund 1,4 Millionen Euro des nahversorgungsrelevanten Kaufkraftpotenzials aus Molbergen ab – in erster Linie nach Cloppenburg.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)