MOORDORF - MOORDORF/EVI - Über aktuelle Tagesfragen aus dem Agrarbereich und der Verbandspolitik informierten sich in der Gaststätte Garlich in Moordorf die Mitglieder der Elsflether Landvolkvereine. Den Fragen der Landwirte stellten sich der Kreislandvolkvorsitzende Peter Cornelius, Hans Georg Seibert und Hartmut Fanck von der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung Niedersachsen/Bremen, Manfred Ostendorf, Geschäftsführer Kreislandvolkverband Wesermarsch, Uwe Ralle, Bezirkstellenleiter der Landwirtschaftskammer und Stefan Koch (Kreislandvolk WM).

Eine „derzeit günstige Situation“ konstatierte Cornelius im Segment des Milchmarktes. Rückläufige Milchmengen seien darauf zurückzuführen, dass sich Milcherzeuger aus der Produktion verabschiedet hätten, so Cornelius, „wenn sie allerdings in den Biogasbereich übergehen, ist das eine Entwicklung, die man mit gemischten Gefühlen sieht, aber nicht verhindern kann.“ Kopfschmerzen bereitet den Grünlandbauern die Entwicklung der Vogelschutzgebiete. (Ostfriesland derzeit 20 Prozent, Wesermarsch 17 Prozent). „Wir sind weiter bereit, auf der früheren Basis des Vertragsnaturschutzes weiterzumachen“, sprach sich Cornelius gegen einen verordneten Naturschutz aus, „in der Wesermarsch sind rund 150 Betriebe betroffen, neue Maßnahmen können sich negativ auch auf eventuelle Baumaßnahmen auswirken.“

Zu den geplanten neuen Beitragsmaßnahmen der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft nahmen Hans-Georg Seibert und Hartmut Fanck Stellung. Die neuen Beiträge würden künftig nach Arbeitsbedarf und Unfallgefahr abgestimmt werden, stellte Seibert in Aussicht.

Die Novelle der Düngeverordnung interpretierte Kreislandvolk-Geschäftsführer Manfred Ostendorf. Bisher bestand auf Antrag die Möglichkeit, innerhalb der Sperrfrist (ab Anfang Januar) für die Ausbringung von Gülle eine Ausnahmegenehmigung außerhalb von Wasserschutzgebieten zu erhalten. Auf Druck der EU-Kommission wird diese Ausnahmeregelung gestrichen. Nach interner Abstimmung hat der Kreislandvolkverband für den Landkreis Wesermarsch bei der niedersächsischen Landwirtschaftskammer den Antrag gestellt, die Sperrfrist auf den 1. November bis 15. Januar zu verlagern.

Über die Zusammenlegung der ehemaligen Landwirtschaftskammern Wesermarsch, Friesland und Ammerland zur neuen Bezirkstelle Oldenburg berichtete Bezirkstellenleiter Uwe Ralle.