MOORHAUSEN - „Einen Moment bitte, wir bekommen gerade Nachwuchs.“ Kerstin und Fred Wachsmuth stehen im Stall der Deichschäferei Moorhausen – und derzeit präsentiert die sich, zumindest in Teilen – als echte „Geburtststation“.

„Da ist ja das Lämmchen, so haben wir es am liebsten – ohne Komplikationen.“ Fred Wachsmuth ist erleichtert. Die Suffolk-Mutter hat im Abstand von gut zwanzig Minuten zwei gesunde Lämmchen auf die Welt gebracht. Das Ältere hat sich bereits aufgestellt und saugt, während das frisch geborene von der Mutter „abgeschleckt“ wird. Es sind die Lämmchen 16 und 17 der Geburtssaison 2010 in Moorhausen – und das erste Schaf der Saison hat sich überpünktlich zum Neujahrstag eingestellt. „Stichtag“ sei eigentlich der 10. Januar gewesen, aber das sei ganz normal – „einige kommen früher, einige eben später“, erläutert Wachsmuth.

Das Suffolk ist als „sehr sasaisonales“ Schaf bekannt. „Man muss schon fast den Herbst abwarten, bis man die Böcke in die Gruppen lässt“, sagt Wachsmuth. In Moorhausen durften die ersten Böcke schon am 10. August ran. „Wir haben die Lammzeit extra lang gezogen. Die Spanne reicht vom Neujahrs- bis zum Osterlämmchen“, so der Deichschäfer. Und seine Strategie ist leicht nachzuvollziehen. Im Stall stehen derzeit 450 Suffolk-Schafe – und da ist in Sachen „Geburtsabteilung“ schon eine intelligente Zeiteinteilung hilfreich. Und dennoch wird es in der Deichschäferei des II. Oldenburgischen Deichbandes in den kommenden Monaten keine Langeweile aufkommen.