MOORHAUSEN - Wenn Volker Knuth aus Moorhausen Besuch bekommt, merkt der Gast erst im Flur, dass drei große Hunde im Haus wohnen. Kein Bellen übertönt die Klingel. Das ist nicht bei allen Menschen so. „Es gibt Tiere, die lassen gar keinen Besuch mehr ins Haus und Bellen den Gast ständig an. Oder das Spazierengehen wird zum Spießrutenlauf“, erzählt der 47-Jährige. Er weiß das, weil viele der unglücklichen Besitzer dieser Tiere zu ihm kommen.

Volker Knuth ist Verhaltenstrainer für Hunde und für die komplizierten Fälle zuständig. „Zeigt ein Tier Aggressionen und beißt womöglich, versuche ich mit Halter und Hund das Problem in intensiven Einzelstunden in den Griff zu bekommen“, berichtet Knuth von seiner Arbeit.

Die beginnt immer beim Menschen. „Der Hund ist immer ein Spiegel des sozialen Systems, in dem er sich befindet“, erklärt der Hundetrainer. Er versucht mit seiner Beratung, die Kompetenz des Menschen zu stärken. „Der Hund sucht Orientierung für sein Verhalten beim Menschen. Fehlt ihm diese, übernimmt er die Entscheidungen“, erklärt der Moorhauser das Problem vieler Hundebesitzer. „Der Umgang mit dem Tier muss klar, eindeutig, souverän und ohne Gewalt vonstatten gehen.“

Volker Knuth ist 1989 aus Köln in die Wesermarsch gezogen und arbeitet als Ingenieur beim NLWKN. Hunde sind seine Leidenschaft. Um das Verhältnis zwischen Herrchen und Hund auszuloten, geht er mit seinen Kunden auf lange Spaziergänge in die Marsch. „Ich bin gerne draußen. Und man kann dabei gut beobachten, wie Mensch und Tier auf bestimmte Situationen reagieren. Man sieht, wie die Kommunikation im täglichen Leben abläuft.“

Wichtig ist es ihm, die Tiere zu verstehen. „Es geht nicht um Dressur, sondern um Erziehung.“ Man sollte die Tiere auch nicht vermenschlichen. „Man muss seinem Hund klarmachen, was nicht erwünscht ist“, findet er. Außerdem würde der Hund innerhalb der Grenzen später eine viel größere Freiheit finden. „Wenn ich weiß, dass mein Tier kommt wenn ich es rufe, kann es auch ohne eine Leine weit laufen lassen.“


Ein Anliegen ist es dem Hundeprofi, die Tiere sinnvoll zu beschäftigen. „Die meisten Rassen waren einmal Gebrauchshunde. Sie wollen gefordert werden.“ Wie zum Beispiel Border Collies. „Das sind absolute Spezialhunde. Bei ihnen liegt Genie und Wahnsinn eng beieinander.“ Er selbst spannt seine Hunde als Zugtiere vor einen Wagen. „Für jeden Hund kann man die passende Beschäftigung finden“, weiß er. „Das ist oft auch eine wirksame Therapie.“

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg