MOORRIEM - Die guten alten Zeiten sind für die Feuerwehren auf dem Dorf vorbei, auch in Moorriem. Hauptgründe sind die von Erwerbstätigen geforderte Mobilität und höhere Leistung im Beruf sowie die stark gestiegenen Anforderungen an den Ausbildungsstand der aktiven Feuerwehrleute. Das berichten unisono der Bardenflether Ortsbrandmeister Klaus Speckels und der stellvertretende Altenhuntorfer Ortsbrandmeister Rolf Kayser.
„Einsätze tagsüber gestalten sich heute schwierig, weil viele auswärts arbeiten“, berichtet Rolf Kayser, „und manche Arbeitgeber stellen ihre Leute auch nicht mehr ohne weiteres frei.“ Klaus Speckels ergänzt, dass früher nicht nur mehr Leute im Ort gearbeitet hätten, sondern auch der Anteil der naturgemäß bodenständigen Landwirte in den Wehren höher gewesen sei. So habe das Höfesterben auch bei der Feuerwehr und ihrer Einsatzbereitschaft Folgen gezeitigt. Um eine hinreichende Zahl von Feuerwehrleuten tagsüber mobilisieren zu können, würden heute im Einsatzfall immer alle drei Moorriemer Einheiten alarmiert.
Speckels stellt darüber hinaus fest, dass die Anforderungen an die Ausbildung immer umfangreicher würden. Die Zahl der in der Freizeit zu absolvierenden Lehrgänge habe stark zugenommen, vielen potenziellen Feuerwehrleuten fehle die Bereitschaft, dies nach Feierabend auf sich zu nehmen. Und leider sei auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, nach Speckels’ Beobachtung nicht mehr so ausgeprägt wie früher.
