Husbäke - Moore sind Speicherkammern für Kohlenstoffe, erfüllen wichtige Filterfunktionen bei der Grundwasserneubildung und sind natürliche Landschafts- und Erlebnisräume. Auf die Bedeutung der vielen Funktionen, die intakte Moore haben, wurde am Sonntag bei einer Moorwanderung hingewiesen, die zugleich Auftaktveranstaltung der niedersachsenweiten „Aktion Moorschutz“ war.
Zu dem „Streifzug durchs wilde Vehnemoor“ hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die „Interessengemeinschaft zur Rettung des Vehnermoors“ eingeladen. Über 60 Interessierte fanden sich am Sonntag in Husbäke ein, um sich über die Bedeutung der Moore zu informieren und und Möglichkeiten zum Erhalt dieser Flächen zu erörtern. Unter ihnen waren auch Baumschulisten, Gärtner, Politiker und ein Mitarbeiter einer Torfabbau-Firma. Gerade die unterschiedlichen Interessen der Torfabbau-Firmen und der Landwirtschaft sowie des Natur- und Umweltschutzes sollten erörtert werden.
Wie die Gäste erfuhren, befänden sich 38 Prozent der gesamten Moorflächen in Deutschland in Niedersachsen. „Davon sind über 90 Prozent in einem traurigen Zustand“, sagte Anette Lilje von der Biologischen Station Osterholz-Scharmbeck. Lilje stellte vor der Wanderung die niedersachsenweite „Aktion Moorschutz“ vor. Besonders im Hinblick auf den Klimaschutz habe der schlechte Zustand der Moore fatale Folgen. Dabei führte Anette Lilje eindrucksvoll vor, dass ein Stück Torf von der Größe, das sie in der Hand hielt, beim Abbau soviel schädliches Kohlendioxid freisetzt, wie in einen großen Ballon passe, den sie in der anderen Hand hatte. (Kohlendioxid wirkt in der Atmosphäre als Treibhausgas und gilt als Hauptursache der globalen Erwärmung).
Anschließend erkundeten die Gäste unter Leitung von Hergen Erhardt (Interessengemeinschaft zur Rettung des Vehnemoores), Susanne Grube (BUND) und Vogelkundler Mathias Wolterink das Vehnemoor, das sich durch großflächigen Torfabbau und nachfolgende Wiedervernässung auszeichnet. Alle Stadien der Hochmoorentwicklung ließen sich erkennen wie z.B. frische Abbauflächen, junge und ältere Vernässungsflächen und unberührtes Hochmoor.
Nach der Auftaktveranstaltung der „Aktion Moorschutz“ fin Husbäke folgen in den nächsten Monaten weitere Angebote, u.a. ein Vortrag in Rastede, der sich mit der Zerstörung der Moore befasst. Die Kampagne, so die Organisatoren, zu denen noch die Manfred-Hermsen-Stiftung Bremen und NABU Niedersachsen gehören, sei bewusst für Spätsommer 2012 gewählt worden, um den Moorschutz, der wichtiger sei als je zuvor, auch vor der anstehende Landtagswahl öffentlich zu diskutieren.
