MOORSEE - Windmühlen sollen sich drehen – so lautet das Motto der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen, dessen Vorstand am Wochenende in der Moorseer Mühle tagte und neben „den üblichen Vereinsangelegenheiten“, wie der Vorsitzende Rüdiger Heßling sagte, auch über konkrete Maßnahmen sprach. Die Sitzung fand zum ersten Mal in der Moorseer Mühle statt, und das, obwohl der Verein bereits seit 51 Jahren existiert. „Zum 30-jährigen Jubiläum des Museums wurde es höchste Eisenbahn, auch hier einmal herzukommen“, sagte Heßling.
Die Vereinigung besitzt ein eigenes Mühlenarchiv, das von Vorstandsmitglied Hinrich Redinius in einer ehemaligen Grundschule in Schortens geleitet wird. Dem Verein wurde dieses Jahr zusätzlich aber noch eine Sammlung für 12 000 Euro angeboten. „Diese Summe können wir alleine nicht aufbringen und suchen daher nach Sponsoren“, sagte Heßling. Konkrete Gespräche sollen in nächster Zeit geführt werden.
Der Vorstand wollte außerdem mit Museumsleiter Nils Meyer über die Renovierung des alten Müllerhauses sprechen, doch da die Begehung und Fehlersuche in der Mühle so viel Zeit verschlungen hatte – die Mühle dreht sich nicht korrekt – konnten für das Müllerhaus keine Entscheidungen mehr getroffen werden. Nils Meyer sagte aber: „In den nächsten Wochen finden entscheidende Treffen statt. Bis zum nächsten Frühjahr werden die Anträge für Zuschüsse gestellt, so dass wir bald mit der Renovierung beginnen können.“
Zwei weitere Anliegen der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen sind die Niedersächsische Mühlenstraße sowie die Ausbildung von freiwilligen Müllern. Mit der Mühlenstraße sollen die einzelnen Mühlenstandorte gestärkt werden. „Außerdem möchten wir den touristischen Aspekt fördern“, sagte Rüdiger Heßling. Der Vorsitzende hofft, dass dieses Projekt bald umgesetzt werden kann.
Die Ausbildung von freiwilligen Müllern sei besonders wichtig, damit es „Personal gibt, das die Mühlen fachkundig betreut“. Rüdiger Heßling ist sich sicher: „Wenn die Mühlen stillstehen, dann stehen sie sich kaputt. Eine Mühle muss sich drehen, dafür ist sie da.“ Der Moorseer Mühle stehen derzeit fünf freiwillige Müller zur Verfügung. Museumsleiter Nils Meyer, Hans-Gerd Gerdes, Rosemarie Gerdes, Hans-Hermann Struß sowie Anton Günter Reumann absolvierten die 160 Stunden umfassende Ausbildung in Theorie und Praxis. Mittlerweile wurden 210 Müller ausgebildet.
An der Vorstandssitzung nahm aber auch ein echter Müller teil. Florian Butt aus Syke ist Industriemüller und bei der Bestandsaufnahme von Mühlen beteiligt. „Mein Großvater hat über 30 Jahre in einer Mühle gearbeitet und mich hat das so fasziniert, dass ich schon früh angefangen habe, mich für Mühlen zu interessieren“, sagte der 21-Jährige. Mittlerweile besitzt er ein eigenes Fotoarchiv und wird in Zukunft an der Ausbildung von freiwilligen Müllern mitwirken.
