Moorwarfen - Entstauben und befreien will sich die Dorfgemeinschaft von den überholten Regularien und Ritualen im Versammlungswesen. Das berichtete Schriftführer Erhard Bruns beim Neujahrsempfang am Samstag. Als direkter Ansprechpartner der Moorwarfer Einwohner will sich der Verein als „starke Stimme“ für die Belange der Bürgerschaft neu ausrichten und die Bürger aktivieren mitzuarbeiten.
Dicht gedrängt standen die Moorwarfer – der Ortsteil Jevers hat rund 1000 Einwohner – und viele Gäste im Boßelhuus in dem Raum, der vielen noch als Schulklasse in Erinnerung ist.
Bei dieser Neuorientierung kann in Moorwarfen gar nichts schief gehen und das Jahr 2020 den Moorwarfern nur Glück bringen: Bezirksschornsteinfegermeister Torsten Kanther und Schornsteinfeger Philipp Böttcher standen am Eingang des Boßelhuus und verteilten an die Besucher des Neujahrsempfangs Minischornsteinfeger als Glücksbringer.
Die gemütlichen Stunden, die die Vorsitzende Helga Mayerhofer allen Besuchern wünschte, läutete der Shantychor Moorwarfen ein. Beim Empfang galt „Open End“, ganz im Sinn und zum Wohl der Dorfgemeinschaft; und dass das Stelldichein sich den ganzen Tag hinzog – ein Zeichen dafür, dass es viel zu bereden gab. Auch Wirtschaftsminister Olaf Lies gehörte zu den Gästen. Die Dorfgemeinschaft Cleverns vertraten Hannes Behrends und Heinz Park, den Dorfbürgerverein Sandelermöns Uwe und Ina Caspers.
Das Dorffest 2019 verglich die Dorfgemeinschaftsvorsitzende mit einer wunderbaren Landpartie im Sonnenschein. Das Gelände der Landschaftsgärtnerei Meyer-Hardiek bot ein Bilderbuchambiente. Ein Volltreffer auch der Adventsmarkt am 1. Advent. Das neue Zelt bewahrte alle Besucher vor Regen und Kälte, und der Glühwein war bereits am frühen Abend ausgetrunken.
„Auch unsere Bürger sind aufgefordert, Impulse für die Aus- und Mitgestaltung des Dorflebens zu geben“, erklärte Erhard Bruns. „Moorwarfen begrüßt den Frühling” heißt es am 15. März im Old Schoolhuus. Bei diesem Frühlingstreff wird zwischendurch die Jahreshauptversammlung abgehandelt. Zum Tag der Nachbarschaft am 29. Mai verlässt die Dorfgemeinschaft das Old Schoolhus und will in der neuen Siedlung Voßhörn die Integration der Neubürger vorantreiben.
Beim Schmalzbrote schmieren für den Neujahrsempfang kam die Idee auf, an jedem 1. Montag im Monat in das Old Schoolhus zur öffentlichen Vorstandssitzung mit einer „kleinen Bürgersprechstunde“ einzuladen. In der Herbstversammlung soll mit einem Weinfest der Zusammenhalt gefördert werden. Die Schwachstelle Jugendbeteiligung in der Dorfgemeinschaft steht im Fokus der Neuausrichtung. Zum bestehenden Facebook-Auftritt will sich die Dorfgemeinschaft im Internet zudem nun bei Instagram platzieren.
De Boßelverenen heppt dat stuur, vertell Boßelbaas Peter Kohlrenken: „In Moorwarfen geiht dat noch.“ Er zählte die drei Meisterschaftserfolge des vergangenen Jahres auf. Optimistisch blickte er auf die Zukunft des Vereins, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Gefeiert wird das Jubiläum gleich zweimal. Am 1. Februar ist ein Kommers im Boßelhuus mit „väl Snackeree un Prominenz“ geplant. Am 23. und 24. Mai wird im Festzelt groß mit Tanz und Musik gefeiert.
Bürgermeister Jan Edo Albers wünschte der Dorfgemeinschaft auch für die kommenden Jahrzehnte die Kraft und viel Idealismus, um sich für ihr Dorf einzusetzen. An alle Ehrenamtlichen und Helfer der Dorfgemeinschaft, deren Arbeit die Säule eines intakten Dorflebens ist, richtete er die Bitte: „Macht weiter so.“
Beifall erhielt der Bürgermeister für seine Ankündigung, dass die Bushaltestelle beim Old Schoolhuus in diesem Jahr barrierefrei ausgebaut wird. Das Bauland-potenzial ist in Moorwarfen ausgeschöpft und Bauen kann nur noch als rückwärtige Bebauung vorhandener Grundstücke erfolgen.
Der Bürgermeister will dem Rat ein Bürgerforum vorschlagen, in dem das Thema Silvesterknallerei vorurteilslos besprochen werden soll. Denn, so Albers: Verbote sind nicht durchzusetzen. Obwohl in diesem Jahr schon weniger geknallt worden sei. Albers regte an, mit Alternativen wie einer Lasershow das Feuerwerk abzulösen.
