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Streu- und Räumdienst „Der Winter kann kommen“

MOORWARFEN - Nachdem die Straßenmeisterei zwei Jahre in Folge vom Winter kalt erwischt worden war und aufgrund von Salzmangels die Straßen in Friesland zeitweise nur noch nach einem Notplan streuen konnte, hat sie jetzt vorgesorgt: Der auch für die Straßenmeisterei zuständige Geschäftsbereich Aurich der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat in einer angemieteten Halle 4000 Tonnen Streusalz als Notreserve gebunkert.

„Der Winter kann kommen“, sagte der Leiter der Auricher Behörde, Frank Buchholz, am Freitag bei einem Besuch der Straßenmeisterei in Moorwarfen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der Räum- und Streudienst eine freiwillige Leistung sei. Nach dem Niedersächsischen Straßengesetz sollten die Fahrbahnen bei Winterglätte „nach besten Kräften“ geräumt und gestreut werden. Aber auch die Autofahrer hätten eine Sorgfaltspflicht und müssten ihre Geschwindigkeit den Straßen- und Witterungsverhältnissen anpassen.

Die Straßenmeisterei in Jever ist für 51 Bundesstraßen-, 143 Landesstraßen- und – als Vertragspartner des Landkreises – für 164 Kreisstraßenkilometer in Friesland zuständig. Dazu kommen 231 Kilometer Radwege. Um diese Straßen und Wege im Winter zu räumen und zu streuen, sind bis zu acht Fahrzeuge im Einsatz, deren Fahrer sich in Rufbereitschaft befinden.

Genaue Streckenpläne

„Für jedes Räumfahrzeug gibt es einen genauen Streckenplan“, erklärte der Leiter der Straßenmeisterei Jever, Werner Lührs. Bis zum Berufsverkehr ab sechs Uhr morgens sollen die Straßen frei sein, deshalb müssen die Räumfahrzeuge spätestens um vier Uhr starten.

„Die Einsätze sind für Fahrer und Maschinen sehr anspruchsvoll“, betont Frank Buchholz. Dunkelheit, Nässe und aufwirbelnder Schnee behinderten die Sicht. Für die Fahrzeuge mit ihrem bis zu vier Meter breiten Räumschild komme es besonders auf engen Straßen im Begegnungsverkehr immer wieder zu brenzligen Situationen. „Man braucht viel Erfahrung und Routine“, bestätigt auch der 52-jährige Erich de Vries aus Horsten, der seit seinem 18. Lebensjahr Räum- und Streufahrzeuge fährt.


Rücksicht und Mithilfe

Die Straßenmeisterei bittet deshalb auch Autofahrer und Grundstückseigner um Rücksicht und Verständnis. „Ein Räumfahrzeug braucht Platz zum Rangieren“, betont Buchholz. Er appelliert zudem an die Bürger, im Winter möglichst keine Autos am Straßenrand zu parken, weil dadurch der Einsatz der Räumfahrzeuge erschwert werde.

Vor allem, wenn der Schneepflug im Einsatz sei, komme es immer wieder zu Konflikten mit Hausbesitzern. „Die Anlieger räumen den Schnee in den Rinnstein am Straßenrand und beschweren sich dann, wenn er vom Schneepflug auf den Gehweg zurückgeworfen wird“, berichtete Buchholz. Dabei seien die Grundstückseigner verpflichtet, den geräumten Schnee am Gehwegrand oder bei entsprechendem Platzmangel auch auf ihrem Grundstück aufzuhäufen.

Und noch eine Bitte hat die Straßenmeisterei an die Bürger: Immer wieder riefen im Winter Autofahrer morgens in der Straßenmeisterei an, um nach der aktuellen Witterungs- und Straßenlage zu fragen. „Diesen Auskunftsdienst können wir nicht leisten“, betont der Einsatzleiter der Straßenmeisterei, Dietmar Fockenga.

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)
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