Sande - Der Landkreis Friesland lässt in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde in Sande einen morschen Pappelbestand auf einem neun Hektar großen ehemaligen Bahngelände an der Kreisstraße 312 in Höhe Flüchterei abholzen. Die Fläche war in den 1990er Jahren im Zuge des Ausbaus der Ortsumgehung Altenhof und Mariensiel als Ausgleichsfläche ausgewiesen worden.
„Die Maßnahme ist lange überfällig“, erklärte Jens Eden von der Unteren Naturschutzbehörde. Mehrere hundert bis zu 70 Jahre alte und zwischen 20 und 25 Metern hohe Pappeln sollen in Kürze abgeholzt werden, damit in dem durchforsteten Gelände der natürliche Waldbestand mit Eschen und Eichen und anderen einheimischen Gehölzen wieder eine Chance hat.
„Auf dem Areal ist über die Jahre immer schon mal etwas unternommen worden“, sagte Eden. So seien zunächst die alten Gebäude und die Bodenversiegelung beseitigt worden, 2006 seien die ersten standortfremden und überalterten Pappeln gefällt worden. Nun soll der Rest der Pappeln abgeholzt werden. „Die seit den 1950er Jahren bestehende Pappelmonokultur hat ihre Altersgrenze erreicht, und ist morsch und Sturmgefährdet“, sagte Eden am Mittwoch bei einem Ortstermin mit dem Landschaftswart des Landkreises, Rolf Oetjen, Thorsten Hinrichs von der Straßenverkehrsbehörde sowie den mit dem Durchforsten beauftragten Betriebe von Friedrich Haschen und Arne Memmen und Jägerschafts-Vorsitzenden Irp Memmen. Im Frühjahr seien weitere Pappeln entlang der Bahnlinie vorzeitig gefällt worden, da sie den Verkehr zu gefährden drohten.
Durch Naturverjüngung mit heimischen Gehölzen soll der gesamte Bestand in einen naturnahen, struktur- und artenreichen Wald umgewandelt werden. Der schon vorhandene Jungwuchs von Eschen, Ahorn und Silberweiden bekomme durch die Durchforstung den nötigen Lichteinfall, um sich zu einem naturnahen Laubwaldbestand zu entwickeln, sagte Eden. Dort, wo die Naturverjüngung nach einer Eigenentwicklungsphase von fünf bis sechs Jahren keine befriedigenden Ergebnisse zeige, soll mit Eschen und Eichen aufgeforstet werden.
