MüNCHEN - MÜNCHEN/AFP/DPA - Ungewöhnlich viele Großkonzerne von Altana über TUI und die Hypo-Vereinsbank bis zur Telekom waren im vergangenen Jahr nach Einschätzung von Anlegerschützern in Skandale verwickelt. Das geht aus der gestern in München vorgestellten Neuauflage des „Schwarzbuch Börse“ hervor, in dem die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) jedes Jahr über die Schattenseiten des Kapitalmarktes berichtet. Für Ärger und Kopfschütteln sorgten laut SdK beispielsweise Sonderrechte für Großaktionäre bei ThyssenKrupp, schwarze Konten bei Siemens und die unrühmliche Ablösung von Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder.
Während früher viele kleine Unternehmen am Neuen Markt zu den schwarzen Schafen zählten, sei 2006 das Jahr der großen Sünder gewesen. Als größten Unternehmensskandal wertete die SdK die Aufdeckung von schwarzen Kassen bei Siemens. Das größte Debakel für die Anleger sei der Absturz der EADS-Aktie gewesen, nachdem der Konzern Lieferverzögerungen für den Airbus A 380 angekündigt hatte.
Insgesamt listet die SdK mehrere Dutzend Unternehmen auf, die den Anlegern selbst im guten Aktienjahr 2006 keine Freude gemacht haben. „Wo die Sonne scheint, gibt es auch Schatten“, sagte SdK-Vorsitzender Klaus Schneider. Ein halbes Dutzend der Unternehmen sei im Deutschen Aktienindex DAX notiert.
