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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Autoproduktion in Deutschland sinkt

04.03.2019

München /Genf Die deutsche Autoindustrie erwartet in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang der Inlandsproduktion und muss sich auf ein weltweit schwieriges Geschäft einstellen. In den deutschen Werken dürfte die Produktion um rund fünf Prozent auf 4,8 Millionen Fahrzeuge sinken, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Wochenende mit.

Volkswagen-Chef Herbert Diess sieht die deutschen Hersteller vor einem kritischen Jahr. „Der Zollstreit zwischen den USA und Europa, der die deutsche Automobilindustrie hart treffen könnte, spitzt sich weiter zu. Die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China werden immer deutlicher spürbar“, sagte er der Branchenzeitung „Automobilwoche“ vor Beginn des Genfer Automobilsalons. Die Kontroverse zwischen den größten Volkswirtschaften USA und China trage zu einer Verschlechterung des globalen Wirtschaftsklimas bei.

Auch Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer stimmt die Autobauer auf Probleme ein: Gewinnwarnungen, Produktionskürzungen und Personalabbau seien programmiert, sagte er.

Im Inland kämpft die Branche weiter mit der Umstellung auf WLTP-Abgasmesswerte, der Dieselkrise sowie Fahrverboten – international machen ihr der schwächelnde chinesische Automarkt, der chinesisch-amerikanische Zollstreit und der Brexit zu schaffen. „Als wäre das nicht schon genug, wurde von der EU mit den CO2-Regeln für 2030 nochmals der Druck auf Investitionen für eine klimaneutralere Mobilität erheblich gesteigert. Auch das sieht und fühlt man an einer Fülle an Elektromodellen und Studien in Genf“, sagte Dudenhöffer.

Auf dem Autosalon in Genf präsentieren die Hersteller ab Mittwoch viele neue Plug-in-Hybride, die jetzt auf den Markt kommen. VW, Audi, Citroën, Honda, Skoda, Mitsubishi und Aston Martin wollen aber auch teils schon seriennahe Studien vorstellen. VDA-Präsident Bernhard Mattes sagte: „Wir investieren in die Elektromobilität in den nächsten drei Jahren über 40 Milliarden Euro.“ Das Angebot deutscher Hersteller werde sich in dieser Zeit auf 100 E-Modelle verdreifachen.

Das Problem: Die Gewinnmarge ist bei Hybrid- und E-Autos geringer als bei Diesel-Fahrzeugen und Benzinern. Aber wegen der Dieselkrise und der angepassten CO2-Grenzwerte zum Klimaschutz müssten jetzt alle Hersteller „mit Volldampf ins Elektrozeitalter fahren, auch das ist die Botschaft von Genf“, sagte Dudenhöffer.

Der VDA rechnet für 2019 mit weltweit 84,9 Millionen Autoverkäufen – allerdings unter der Voraussetzung, dass China, die USA, die EU und Großbritannien ihre Konflikte konstruktiv lösen. Dudenhöffer ist weniger optimistisch und rechnet mit einem Rückgang um 1,8 Millionen auf unter 82 Millionen Autos.

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