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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Neuer BMW-Chef soll Stärken zeigen

20.07.2019

München Tesla, Jaguar, Audi und Mercedes sind mit attraktiven E-Autos auf dem Markt, BMW fährt hinterher – diesen Vorwurf müssen sich die Münchner Autobauer oft anhören. In vier Wochen übernimmt der bisherige BMW-Produktionschef Oliver Zipse die Führung des Konzerns. „Zusätzliche Impulse bei der Gestaltung der Mobilität der Zukunft“ lautet der Auftrag, den ihm Aufsichtsratschef Norbert Reithofer bei seiner Berufung am Donnerstag mit auf den Weg gab.

Auch Aktionäre drängen. „BMW muss mehr Elektro-Modelle anbieten. Es kann doch nicht sein, dass Tesla BMW die Kunden wegschnappt“, sagt Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Der Branchenexperte Stefan Bratzel sagt, das E-Auto sei zwar weniger profitabel und mache „in zehn Jahren 15 bis 20 Prozent der Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie überflüssig“. Aber ohne E-Autos drohen den Unternehmen in Europa enorme Geldstrafen, in China sogar Verkaufsverbote. „BMW müsste sich heute viel stärker auf batterie-elektrische Autos fokussieren. BMW setzt zu stark auf Plug-in-Hybride“, kritisiert der Professor mit Blick auf immer strengere Umweltvorgaben.

Tatsächlich setzt BMW vor allem auf Hybride, derzeit neun Automodelle mit Benzin- und Elektromotor – und damit sind sie gut unterwegs. Jedes fünfte elektrifizierte Fahrzeug in Europa ist ein BMW. Zipse, seit vier Jahren Produktionschef, hat schon viele BMW-Werke weltweit so umgerüstet, dass sie Verbrenner, Hybride und Elektroautos auf einem Band bauen können. So kann BMW flexibel auf die Entwicklung der Nachfrage reagieren. Der Aufsichtsrat hat es abgesegnet.

Reithofer fordert von Zipse zusätzliche Impulse – keine Neuausrichtung, keine neue Strategie. Aber Zipse soll mit breiterer Brust auftreten als sein Vorgänger Harald Krüger und nach innen und außen offensiver deutlich machen, dass BMW die richtige Strategie hat. „Mit Oliver Zipse übernimmt ein führungsstarker Stratege und Analytiker den Vorstandsvorsitz der BMW AG“, sagte Reithofer.

Die Liste der Herausforderungen für den neuen Chef ist gewaltig. BMW rechnet mit einem Gewinneinbruch. Zugleich muss man Milliarden in E-Mobilität, aber auch in Mobilitätsdienste und selbstfahrende Autos investieren.

Bei diesen Zukunftsthemen sieht Bratzel BMW gut auf Kurs. „Mit ihrem Mobilitätsdienst Free Now sind BMW und Daimler am weitesten in Europa. Zusammen könnten sie es schaffen, Uber und Co. auf Distanz zu halten“, sagt er. Und auch die Partnerschaft mit Daimler beim Autonomen Fahren sei sinnvoll.

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