MüNCHEN - In der Siemens-Schmiergeldaffäre ist ein weiterer ehemaliger Konzernvorstand ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Nach der früheren Telekommunikationssparte Com gebe es nun auch Ermittlungen in der ehemaligen Siemens-Sparte Energieverteilung, deren früherer Chef Uriel Sharef als Beschuldigter geführt werde, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Montag in München. Zu Art und Umfang der Vorwürfe wollte er sich nicht äußern.
Derweil schließt die Staatsanwaltschaft künftige Ermittlungen gegen den früheren Vorstandschef Heinrich von Pierer im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre nicht aus. „Wir haben Herrn von Pierer keinen Persilschein ausgestellt“, sagte Winkler.
Die Bundesregierung geht einem Medienbericht zufolge unterdessen auf Distanz zu von Pierer. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) plane, von Pierer als obersten Innovationsberater der Regierung durch Ex-BMW-Chef Joachim Milberg zu ersetzen, berichtete die „Financial Times Deutschland“.
