München - Die schwache Entwicklung der Fernsehwerbung hat die Aktien von Pro Sieben Sat.1 am Dienstag einbrechen lassen. Der Münchner Medienkonzern überraschte die Börse mit der Botschaft, dass der Umsatz seiner Fernsehsender im laufenden Quartal schrumpft und der deutsche TV-Werbemarkt im Gesamtjahr stagnieren dürfte.

Die Aktie fiel nach Börsenauftakt zunächst um 14 Prozent auf das tiefste Niveau seit vier Jahren. Im Sog gaben auch die Aktien des Konkurrenten RTL und des deutschen Werbevermarkters Ströer stark nach.

Dass sich die TV-Werbetrends von guten Konjunkturdaten entkoppeln, „ist eine neue Entwicklung“, kommentierte Analyst Marcus Diebel von JPMorgan. DZ-Bank-Analyst Harald Heider und Thomas Nötting, leitender Redakteur des Fachmagazins „Werben & Verkaufen“, verweisen auf das Internet. „Einige Werbekunden geben inzwischen einen Großteil ihres Budgets für Werbung bei Google aus“, sagte Nötting.

Pro Sieben Sat.1 erwartet insgesamt weiterhin deutlich mehr Umsatz und ein höheres Betriebsergebnis.