MüNCHEN/WOLFSBURG/EMDEN - Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) will gegen die Wahl von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sowie von zwei weiteren VW-Vertretern an die Spitze des MAN-Aufsichtsrats vor Gericht ziehen. Die Anlegerschützer wollen am heutigen Montag beim Landgericht München Klage gegen die Wahl von Piëch, Audi-Chef Rupert Stadler sowie VW-Nutzfahrzeug-Chef Stephan Schaller in das Kontrollgremium einreichen. Das kündigte SdK-Sprecherin Reinhild Keitel in der Finanzzeitschrift „Euro am Sonntag“ an.
Die Schutzgemeinschaft verwies auf unlösbare Interessenkonflikte der drei von VW entsandten MAN-Aufsichtsräte. Nach den aktuellen Plänen will VW seine Nutzfahrzeugsparte mit MAN sowie dem schwedischen Lkw-Bauer Scania zusammenlegen. An Scania, wo mit VW- Chef Martin Winterkorn ebenfalls ein Abgesandter von VW den Aufsichtsrat führt, halten die Wolfsburger 35 Prozent der Stimmrechte, an MAN knapp 30 Prozent. Es sei äußerst zweifelhaft, ob die VW-Vertreter etwa bei Bewertungsfragen im Interesse der MAN-Aktionäre entscheiden würden, sagte Keitel.
Zudem liege der Verdacht des Verstoßes gegen das Mitbestimmungsgesetz vor. Medien zufolge soll es Absprachen von Piëch und MAN-Betriebsratschef Lothar Pohlmann gegeben haben.
Unterdessen gab es auf dem Gelände der VW-Zentrale in Wolfsburg eine „Golf-Party“: Rund 80 000 VW-Beschäftigte und Gäste haben am Sonntag den 25-millionsten Golf gefeiert. Er war bereits am 23. März vom Band gelaufen.
Am Rande des Werksfestes wurde bekannt, dass der Wolfsburger Werksleiter Dietmar Korzekwa neuer VW-Russland-Chef wird. Spekulationen zufolge wechselt der Emder Werksleiter Siegfried Fiebig in die Zentrale.
