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MITTELSTAND Bei Firma Sifi ist der Lack schnell ab

MUNDERLOH - Der Betrieb wurde vor 25 Jahren in Delmenhorst gegründet. Hauptbetätigungsfeld ist das Entlacken von Werkstücken aller Art.

Von Andreas Naaf

MUNDERLOH - Die Redensart „Der Lack ist ab“ hat für gewöhnlich eine negative Bedeutung. Ganz anders ist das bei der Firma Sifi Abbeiztechnik aus Munderloh. Wenn bei ihr der Lack abgeht, ist das keineswegs negativ. Im Gegenteil: Es ist eine Erfolgsmeldung, denn seit nunmehr 25 Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit der Entlackung von Werkstücken aller Art. Egal ob Autokarosserie, Knieprothese, Füllfederhalter oder Büroklammer – alles was in der Sifi-Werkshalle landet, verlässt sie garantiert völlig farb- und lackfrei.

Angefangen hat alles vor einem Vierteljahrhundert auf dem Nordwolle-Gelände in Delmenhorst. Dort gründete Gerhard Firneisen, der dem Betrieb noch heute als Geschäftsführer vorsteht, einen Ein-Mann-Betrieb zur Entlackung von Möbelstücken. Die Marktlücke hatte der heute 60-Jährige erkannt, als er als Brandschadensanierer tätig war. Eines Tages ging sein Arbeitgeber pleite und Firneisen eröffnete kurzerhand sein eigenes Geschäft. Schon wenig später verzeichnete er eine steigende Nachfrage – vor allem nach der Entlackung von Metallen.

Heute bearbeitet die Firma, die seit 1996 in Munderloh ansässig ist, rund 1200 Tonnen Metall pro Jahr mit vier verschiedenen Entlackungsmethoden (Details: siehe Infokasten). Inzwischen besitzt das Unternehmen – eines von 20 seiner Art in ganz Deutschland – einen festen Kundenstamm in einem Umkreis von rund 200 Kilometern, darunter so namhafte wie die Deutsche Bahn, Siemens und Bosch. „Wir sind vor allem damit beschäftigt Fehllackierungen wieder zu entfernen“, sagt Firneisen.

Dabei gilt es strenge Umweltschutzbestimmungen einzuhalten. So wird das Wasser, das zum Ablösen des Lacks eingesetzt wird, gesammelt und in der betriebseigenen Wasseraufbereitungsanlage gesäubert. Diese Anlage sei das Herzstück der Firma, sagt Frank Firneisen, Sohn von Gerhard Firneisen und stellvertretender Geschäftsführer: „Ohne sie geht gar nichts.“


Daher gibt es bei der Sifi Abbeiztechnik auch keinen Außendienst. Alle zwölf Mitarbeiter arbeiten ausschließlich auf dem firmeneigenen Gelände. Jedes einzelne Werkstück muss angeliefert oder abgeholt werden. „Im Freien kann man die Umweltschutzbedingungen gar nicht erfüllen“, begründet Gerhard Firneisen.

Aus diesem Grund können die Firneisens neue Investitionen auch nur auf ihrem 2400 Quadratmeter großen Betriebsgelände tätigen. Und das tun sie: Vor knapp einem Monat haben sie eine neue thermische Entlackungsanlage in Betrieb genommen. Zudem wolle die Firma in Kürze neue Verfahren der Feinstrahltechnik nutzen, sagt Frank Firneisen. „Wir möchten das Geschäft vertiefen und uns weiter spezialisieren.“ Damit der Lack in Zukunft noch besser abgeht.

vier Methoden zur entlackung bei sifi

1. Chemische Entlackung:

Die zu entlackenden Gegenstände werden in ein 90 Grad heißes Becken getaucht, das im wesentlichen mit Kalilaugenentlacker gefüllt ist. Nach dem Bad werden sie mit Hochdruckreinigern abgesprüht.

2. Schwelgas-Entlackung:

Hierbei kommt das zu entlackende Werkstück in eine 450 Grad heiße Ofenkammer. Die Hitze lässt Farben und Lacke bis auf ihre anorganischen Bestandteile verschwelen.

3. Aluminium-Entlackung:

Bei dieser Form der Entlackung kommen die Werkstücke ebenfalls in ein rund 90 Grad heißes Becken. Allerdings werden hier statt alkalischen vor allem alkoholische Lösungsmittel eingesetzt.

4. Strahltechnik:

In einer Schleuderstrahlanlage werden die Werkstücke mit einem Granulat aus Metall oder Glas „beschossen“. Der dabei entstehende Abrieb entfernt Farben und Lacke gänzlich.
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