Ganderkesee - Detlef Rutzen sorgt sich um die Zauneidechse. Seit mehr als zehn Jahren kümmert sich der Delmenhorster um eine größere Population auf der Großen Höhe – hat etwa einen Waldrand ausgelichtet, um die Sonneneinstrahlung zu fördern, Steine als Wärmespeicher ausgelegt oder auch Schilder aufgestellt, die Hundehalter zu bitten, ihre Tiere zurückzuhalten.
Lange war Rutzen als Einzelkämpfer für die gute Sache unterwegs. Nun hat er starke Partner gewonnen: die Nabu-Ortsgruppen Ganderkesee, Harpstedt, Delmenhorst und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg. Alle zusammen haben jetzt EU-Mittel beantragt, um die außergewöhnlich große Population von Zauneidechsen zu sichern und zu entwickeln. 20 000 Euro aus dem LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ erhoffen sie sich für Schutzmaßnahmen.
Hans Fingerhut, Vorsitzender des Nabu Ganderkesee, erläuterte im Gespräch mit der NWZ den Hintergrund. Das Problem: Das Zauneidechsen-Vorkommen liege an einem 460 Meter langen Sandweg, der regelmäßig von großen landwirtschaftlichen Maschinen sowie von Quads befahren werde. Dieser Weg sei so schmal, dass insbesondere breite Fahrzeuge auf die parallel zum Wandrand verlaufende Böschung fahren. „Dadurch werden die Gelege zerstört“, so Fingerhut.
Die Lösung: Die Naturschützer planen, den Weg um einen Meter zur gegenüberliegenden Seite zu verlegen und die Gelege mit Holzpfosten abzugrenzen. Als zweite Maßnahme soll der Waldrand weiter ausgelichtet werden, indem beschattende Gehölze, die in den Wegebereich vordringen, zurückgeschnitten werden. Zudem planen die Naturschützer die Schaffung von Habitatstrukturen – etwa das Ablegen von Findlingen und Gehölzschnitt. Als dritte (jedoch optionale) Maßnahme sieht der Antrag ein Monitoring zur Erfolgskontrolle vor, für das allerdings weitere 10 000 Euro benötigt würden.
Etwa 200 Zauneidechsen habe Detlef Rutzen im betreffenden Gebiet bislang nachweisen können, berichtete Hans Fingerhut. Weitere Vorkommen in der näheren Umgebung seien ihm nicht bekannt. Für Mitte nächsten Jahres erhofft sich der Nabu eine Förderzusage.
