Lemwerder/Hude - Nach der Fusion der Volksbanken Ganderkesee-Hude und Bookholzberg-Lemwerder sieht sich die Vereinigte Volksbank eG für die Zukunft gut aufgestellt. Viele Maßnahmen der Fusion zeigten bereits Wirkung, betonen die Vorstände Oliver Frey, Jürgen Kikker und Sascha Knaack. Sie haben auf der ersten Vertreterversammlung nach der Fusion, die in Ganderkesee stattfand, eine Bilanzsumme von knapp 6,3 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016 präsentiert. Das sei gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung um 5,42 Prozent.

Auch das betreute Kundenvolumen von 1,221 Milliarden Euro könne sich sehen lassen. Zuwächse gebe es vor allem im Fondsgeschäft. In dieser Sparte investierten viele Kunden aufgrund der niedrigen Zinsen auf Spar- und Termingelder wesentlich mehr. Dieser Trend setze sich auch 2017 fort, stellen die Banker fest.

Investiert werde von den Kunden weiterhin kräftig im Bereich „Bauen und Wohnen“; vor allem gehe es dabei um Modernisierung und Renovierung von Bestandsimmobilien. Die Kreditnachfrage sei denn auch deutlich gestiegen. Seien es 2015 noch 392 Millionen Euro gewesen, so waren es 432 Millionen Euro an Kundenforderungen im Jahr 2016.

Die Kundeneinlagen stiegen von insgesamt 401 Millionen auf 436 Millionen Euro. Der Zuwachs bewege sich vor allem im Bereich der kurzfristigen Einlagen.

Bei den kleinen Sparern sei der Sparwille konstant geblieben. Sie wollten Sicherheit, egal ob es Zinsen gebe oder nicht, stellt Jürgen Kikker fest. Ein zusätzlicher Vermögensaufbau durch Zinseinnahmen sei aber so nicht möglich. Zumindest werde es auch in nächster Zeit noch keine Negativzinsen für private Spareinlagen geben.

Auch das Zinsergebnis der Bank sei weiterhin rückläufig und sehr belastend. Hier mache sich die die extreme Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank bemerkbar. Viel abverlangt werden den Genossenschaftsbanken auch durch die ständig steigende Regulierung. Immer neue Vorschriften seien zu beachten. Das erfordere immer mehr Zeit und Personal.


Auch die Vereinige Volksbank will sich dem Trend zur Digitalisierung nicht verschließen und sich auf die individuelleren Kundenwünsche einstellen. Seit wenigen Tagen gebe es einen Facebook-Account, auch die Nutzung von Whatsapp sei Thema, so Oliver Frey.

Allerdings gehe es dabei mehr um Kommunikation und Information. Wenn es um sensible Daten der Kunden gehe, seien hohe Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, sagt Jürgen Kikker. Sensible Daten per Facebook-Nachricht oder Whatsapp zu schicken, sei wirklich nicht zu empfehlen. Man wolle keine anonyme Internetbank sein, denn gerade die Beziehung zu den Menschen in der Region mache die Genossenschaftsbank aus.

Die drei Wege „Digitales Banking“, „Digitales und persönliches Banking“ und das „Persönliche Banking“ sollen deshalb auch weiterhin gleichberechtigte Wege sein, auf denen die Kunden zur Bank kommen. „Die Kunde entscheidet, welchen Weg er nutzt“, sagt Oliver Frey.

Weiter ausgebaut wird das Kundenservice-Center, das nach der Modernisierung in der Filiale Bookholzberg zu Hause ist. Mehr als 9000 Anrufe gehen im Monat ein, in 92 Prozent der Fälle könne sofort geholfen werden, berichtet Oliver Frey. Die Vereinigte Volksbank habe in den vergangenen Jahren in ihre Standorte investiert und werde dies auch weiter tun.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude