Sittensen - Autofahrer haben schon seit Wochen weitgehend freie Fahrt auf der erneuerten A 1 zwischen Bremen und Hamburg. Am Donnerstag vollendeten das Betreiberkonsortium A-1-Mobil und Politiker das 650 Millionen teure Projekt auch offiziell mit einer Feier auf dem Betriebshof Sittensen.
Die neue Hansalinie war seit 2009 auf rund 73 Kilometern Länge einschließlich aller Brücken komplett erneuert und durchgehend auf sechs Spuren ausgebaut worden. A- 1-Mobil erhält bis 2038 einen Teil der Lkw-Maut und muss über die 30-jährige Laufzeit auch für den Unterhalt der Strecke sorgen. Dieses Modell ist in Niedersachsen einmalig. Die Arbeiten an der Autobahn konnte das Konsortium rund drei Monate früher als geplant abschließen. „Der ambitionierte Zeitplan wurde mehr als eingehalten und die Qualität stimmt“, sagte Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP). Dies sei ein Beleg dafür, dass Projekte in öffentlich-privater Partnerschaft eine Alternative zu allein staatlich finanzierten Bauvorhaben sein könnten, die in der Regel schrittweise umgesetzt würden.
Der Geschäftsführer von A-1-Mobil, Lutz Hoffmann, versicherte, es sei im Interesse seines Unternehmens, für einen guten Unterhalt der Strecke zu sorgen. Man nehme umso mehr Geld ein, je mehr Lastwagen die Strecke nutzten. Auf Strecken mit offenporigem Asphalt soll die Fahrbahndecke mindestens sieben bis acht Jahre halten, in anderen Bereichen zwölf bis 15 Jahre. Gebaut wurde nicht wesentlich anders als bei anderen Autobahnen. Die Anfangsinvestition sei vielleicht ein wenig höher. Hoffmann: „Das ist gut investiertes Geld, wenn ich in zehn oder 20 Jahren deutlich weniger an der Fahrbahn machen muss, als das sonst üblicherweise der Fall ist.“ Anders als beim Staat sollen kleinere Reparaturen immer sofort ausgeführt werden. A-1-Mobil trägt nach seinen Angaben das komplette Verkehrsmengenrisiko.
Auf dem Großteil der 73 Kilometer langen Strecke gibt es ab sofort keine Geschwindigkeitsbegrenzungen: Zwischen Oyten und Rade herrscht freie Fahrt. Lediglich im Abschnitt zwischen Rade und dem Buchholzer Dreieck gilt 120 bzw. 130 km/h.
