Ganderkesee - Olaf Ewald nahm kein Blatt vor den Mund. „Ein Unding“ sei es, „dass das Ding da überhaupt hingekommen ist“. Das „Ding“, das ist ein Multifunktionsgehäuse der Telekom fürs schnelle Internet, zwei Meter breit, 1,50 hoch, 50 Zentimeter tief – und platziert neben der Einmündung des Ramsauer Weges in die Urneburger Straße. Weil der graue Behälter nach Ansicht von Ewald und auch seiner Nachbarn eine Gefahrenquelle ist, machten sich am Dienstag Vertreter aus Politik und Verwaltung ein Bild.
Was den Kasten gefährlich mache, sei, dass er die Sicht einschränke, schilderte Nachbar Wolfgang Stelljes die Situation. Wer aus dem Ramsauer Weg komme und auf die Urneburger Straße einbiegen wolle, der könne den von vielen Kindern genutzten Fuß- und Radweg nach rechts nicht einsehen. Das sei nur möglich, wenn man direkt bis an die Fahrbahn fahre (also mit dem Auto auf dem Geh- und Radweg steht).
Stelljes argumentierte, dass hier mit zweierlei Maß gemessen werde: Als direkter Anwohner sei er verpflichtet, im Einmündungsbereich für freie Sicht zu sorgen und seine Hecke entsprechend zurückzuschneiden. Auf der anderen Einmündungsseite hingegen dürfe die Telekom die Sicht versperren.
Wie bereits berichtet, war der umstrittene Verteilerkasten im November vorigen Jahren installiert worden. Direkt daneben befinden sich vier weitere, allerdings deutlich kleinere Behälter. Offenbar mit der Absicht, die Gefahrenstelle zu entschärfen, sei der Telekom-Verteilerkasten vor einiger Zeit mit rot-weißen Aufklebern ausgestattet worden, berichtete Anwohnerin Brigitte Ewald.
An dem Vor-Ort-Termin nahmen auch die Ratsfrauen Christel Zießler (SPD) und Cindy Klüner (CDU) teil. Man wolle das Thema in die Fraktionen hineintragen, kündigte Klüner an.
Fachdienstleiterin Sabine Finke bestätigte, dass die Gemeinde dem umstrittenen Standort für den Verteiler zugestimmt habe. Die Situation werde erneut im Rathaus erörtert. Allerdings: Ein Versetzen des Kastens zum Beispiel an die nahe Lärmschutzwand sei teuer, hier war von bis zu 30 000 Euro die Rede.
Was die Angelegenheit pikant macht: Auch Anwohner weiterer Straßen haben bereits ihren Unmut über die großen grauen Kästen an sowie auf Fahrrad- und Gehwegen kund getan.
