Sanderahm - Im Bürgerverein Sanderahm steht derzeit die Pflege der guten Nachbarschaft und die Verschönerung des Ortes an erster Stelle. Entstanden ist der Zweigverein des Bürgervereins Sande einst aus politischen Gründen, damals ging es um die Interessenvertretung der Bürger in Sanderahm, als beim Bau der Autobahn erhebliche Nachteile befürchtet wurden.
Doch während die Kontaktpflege ein durchgängiges Thema ist, sind die politischen Beweggründe des Vereins je nach Entwicklung in der Gemeinde mal mehr, mal weniger vertreten. Anlässlich der Jahreshauptversammlung kam die Sanierung am Altendeichsweg zur Sprache. Man freue sich, dass der letzte Bauabschnitt nun endlich in Angriff genommen werde und man keine weiteren Maßnahmen ergreifen müsse, erklärte der Vorsitzende Hans-Joachim „Stefan“ Leimbrinck. Mittlerweile sei der Zustand der Straße auch nicht mehr hinnehmbar, es sei schon vermehrt zu gefährlichen Situationen gekommen. Bürgermeister Stephan Eiklenborg konnte allerdings keine Auskunft über den Zeitplan geben. Auf jeden Fall werde die Straße in diesem Jahr fertig.
Der Bürgerverein kämpft momentan gegen den Mitgliederschwund, 85 Personen sind noch vertreten. Es seien viele ältere Menschen verstorben, junge Familien bänden sich aber nicht gerne an Vereine, so hatte es Stefan Leimbrinck beobachtet. Derzeit laufe eine Aktion, in der vermehrt jüngere Leute, die neu nach Sanderahm und Neustadtgödens ziehen, angesprochen werden.
Intensiv wurde über die Situation der Flüchtlinge diskutiert. In Neustadtgödens leben zurzeit keine Asylbewerber, in Sanderahm ist eine fünfköpfige Familie untergebracht, die aus dem Irak stammt. Es sei allerdings nicht einfach, sie ins Dorfleben einzubeziehen, meint Leimbrinck. Urte Backhaus, die mit ihrem Mann Renke eine große Landwirtschaft betreibt, berichtete, sie würden gerne Beschäftigung für diese Menschen anbieten, doch die Hürden bei den Behörden seien sehr hoch. Dabei glaube sie, dass eine Arbeit ein wesentlicher Teil zur Integration sei.
In Neustadtgödens leben derzeit keine Flüchtlinge, weil es an Wohnraum fehle, erklärte Eiklenborg. Etliche der Teilnehmer zeigten auf, an welchen Stellen noch freier Wohnraum zu finden sei, teilweise stünden Häuser leer, um die sich niemand kümmere. Solange diese Immobilien aber im Privatbesitz seien, gebe es keine Handhabe, so Eiklenborg.
Er kündigte an, dass die Gemeinde gerade an einer Lösung arbeite, die rund 30 Personen in kurzer Zeit eine Unterkunft biete, die sehr flexibel sei und nicht so ins Auge falle wie Container. „Wir wollen keine Containerburgen in Sande“, so Eiklenborg. Details zur angedachten Lösung wollte er allerdings noch nicht nennen.
Bei den Wahlen wurde der Vorstand in seinen Ämtern bestätigt, Vorsitzender bleibt Stefan Leimbrinck, sein Stellvertreter und Schriftführer ist Holger Kulbatzki, Monika Willenbücher-Orths bleibt Kassenwartin.
Geehrt wurden Edda Hinrichs-Lübben und Horst Lübben sowie Monika Willenbücher-Orths für ihre 25-jährige Vereinstreue.
