Wechloy - „Statt einer Industriebrache entsteht hier neuer Wohnraum. Dahinter steht ein städtebaulicher Vertrag“, erklärt Helmuth Will, Investor des Business Park Oldenburg auf Anfrage der NWZ .

Denn der Nachbarschaftsstreit auf dem Gelände der ehemaligen Netzfabrik geht weiter: Am Dienstagnachmittag wurden die Baumarbeiten fortgesetzt.

Im Auftrag der Stadt Oldenburg wurde sich bei einem Ortstermin am Mittwochvormittag selbst ein Bild verschafft: Ein Mitarbeiter des Fachdienstes Naturschutz und technischer Umweltschutz hat überprüft, ob nunmehr geschützte Bäume betroffen sind oder sein könnten. „Dies war erneut nicht der Fall“, teilte Sprecher Andreas van Hooven mit. Der Investor habe jene Bäume fällen lassen, die bei Abbruch der Arbeiten am Sonnabend angeschnitten waren; zudem jene, die Sonnabend weder angeschnitten noch gefällt waren (wie berichtet).

„Mit schwerem Gerät wurde direkt an der Grenze planiert. Nach dem Bebauungsplan der Stadt sollten hier etwa drei Meter Abstand für die Erhaltung der angrenzenden Bäume und Sträucher eingehalten werden“, erklärt Anrainer Günter Besserer. Sechs Parteien seien als direkte Anrainer betroffen. Anwohnerin Iris Zirpel befürchtet, dass die „Kanten“ wegen der künftigen Tiefgarage, die nahe der Grundstücksgrenze geplant ist, besonders eng beschnitten worden seien.

Will meint dazu: „Der Fachdienst Naturschutz und technischer Umweltschutz hat uns darauf hingewiesen, dass wir nicht so weit in den einen Bereich reinfahren dürfen. Die Erde werden wir wieder auflockern.“ Stadtsprecher van Hooven stellt dazu fest: „Der Investor wurde zudem darauf hingewiesen, dass Maßnahmen zu unterbleiben haben, die im Bebauungsplan festgesetzt sind – etwa Neuanpflanzungen als Ersatz- bzw. Ausgleichsmaßnahmen.“ Besserer resümiert: „Einen Konflikt gab es schon vorher. Jetzt überprüfen wir juristische Schritte.“