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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wirtschaftsminister Lies Im Iran: „Nachholbedarf wie früher die DDR“

06.10.2015

Teheran /Vechta /Ganderkesee /Damme „Einfach hochspannend“, schwärmt Uwe Westphal gegenüber dieser Zeitung über seine Gespräche in Teheran. Wie der Unternehmer aus Ganderkesee von G&M Automation zeigen sich auch die anderen Wirtschaftsvertreter aus dem Nordwesten sehr zufrieden mit dem viertägigen Trip in den Iran. Überall offene Türen für die über 100-köpfige Delegation von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD).

„Überraschend offen, herzlich und freundlich“, findet Stephan Bergmann von BelaPharm, Produzent für Tierarzneimittel in Vechta. Der Agrarexperte hätte mehr Reserviertheit erwartet. Nichts von dem. Iranische Firmen strömen regelrecht zu Schnupper-Konferenzen – über 300 beim ersten Treffen, noch ein paar Hundert mehr beim zweiten.

„Ich war hinterher heiser“, bekennt Lies. Seine Einladungen nach Niedersachsen finden ein breites Echo.

Nicht nur Bela-Pharm hat schon die nächsten Gespräche vereinbart. Alfons Diekmann aus Damme steht fast schon vor konkreten Verträgen. Der Eier-Produzent wird bald Iraner auf der Agritechnica begrüßen. „Die Iraner wollen auf 50 000 Hektar Landwirtschaft betreiben, u.a. Gemüse und Eier“, erzählt er. „Der Iran hat auf vielen Feldern einen Nachholbedarf wie früher die ehemalige DDR nach dem Fall der Mauer.“

Aufbruchstimmung, nachdem die Mullahs mit dem neuen Präsidenten Hassan Ruhani die Knebel im Inneren etwas gelockert, den Atomvertrag unterschrieben und eine Aufhebung der Sanktionen erreicht haben. „Wir brauchen gemeinsame Investitionen, gerade mit Blick auf die Landwirtschaft“, sagt Vize-Agrarminister Hassan Rokni.

Der Dammer Diekmann, der längst in der Türkei und Abu Dhabi Fuß gefasst hat, ist sicher dabei. Martin Steinbrecher aus Wittmund, bis vor Kurzem noch Präsident des Allgemeinen Wirtschaftsverbandes Wilhelmshaven-Friesland-Wittmund (AWV), wär’s mit seiner Baufirma sicher auch. „Für Mittelständler aus dem Nordwesten sind die Perspektiven sicher gut“, meint er. „Aber es braucht noch Zeit“, sagt Steinbrecher, der die Tour zunächst als „Schnupper-Reise“ betrachtet. Aber dass sich mehr entwickeln wird, steht für ihn fest: „Es gibt einfach eine hohe gegenseitige Wertschätzung.“

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Selbst die FDP-Opposition zollt dem SPD-Minister Lies Lob für die Initiative. „Die Iraner sind regelrecht ausgedünstet nach Kontakten“, lautet das Fazit der Gespräche, die der FDP-Generalsekretär Gero Hocker geführt hat. CDU-Fraktionsvize Dirk ­Toepffer reagiert zurückhaltender. „Die Erwartungen klaffen noch weit auseinander“, beobachtete er: „Die iranische Seite erwartet Investitionen, während die deutschen Unternehmer verkaufen wollen“. Trotzdem findet Toepffer: „Es war ein guter Anfang.“

Irans Industrieminister Mohammad Reza Nematzadeh, der die „Lüge“ von Menschenrechtsverletzungen im Land empört zurückweist, hält noch ein Lockmittel für die Deutschen bereit. „Auf Sie warten Steuervergünstigungen“, sagt der Minister, der aber auch hinzufügt: „Wir verhandeln auch mit anderen europäischen Ländern wie den Italienern.“ Nicht nur. Im gleichen Hotel, in dem die Niedersachsen abgestiegen sind, werben Südkoreaner für ihre Produkte. Das Rennen ist eröffnet.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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