Bösel - Im Moment ist Hochkonjunktur bei der Datenverarbeitung. Mit Hochdruck müssen die Bestellungen eingegeben werden, damit die Ware möglichst noch vor Weihnachten bei den Kunden ankommt. Viel zu tun für die Mitarbeiter – dabei sie sind erst zwischen 13 und 16 Jahre alt. Kinderarbeit? Irgendwie schon, aber freiwillig und sogar von der Schule unterstützt. Hier geht die Schülerfirma „Online Buy & Sell“ der Oberschule Bösel ihren Geschäften nach.
Wichtiger Wirtschaftszweig dieses Nachwuchsunternehmens sind die Bestellung und der Verkauf von Kleidung und Accessoires mit dem Logo der Schule und dem Kürzel OBS – was gleichzeitig die Abkürzung der Schülerfirma ist. „Wir haben angefangen mit schwarzen T-Shirts“, erinnert sich der 16-jährige Joe aus der zehnten Klasse.
Später kamen Umhängetaschen in verschiedenen Farben hinzu und fanden reißenden Absatz bei der Schülerschaft. Grund genug, auch die Palette an Oberbekleidung auszuweiten. Poloshirts, Kapuzenpullover, verschiedenfarbige Stoffe: Alle Bestellungen werden penibel erfasst, in Tabellen eingepflegt und bei einem örtlichen Textildrucker in Auftrag gegeben.
„Die Schüler tragen dabei eine große Verantwortung“, sagt Lehrer Florian Röttgers, der die Schülerfirma als Nachmittagsprogramm leitet. Schließlich könne er selbst nicht die vielen hundert Bestellungen nachkontrollieren, sondern muss sich auf die genaue Arbeit der Nachwuchsunternehmer verlassen können. Bislang funktioniert es. Im vergangenen Jahr gab es nur eine Reklamation.
Seit vier Jahren ist die Firma, die es in einer ähnlichen Form schon einmal gegeben hat, im Geschäft. Rund 2500 Euro Umsatz machte „Online Buy & Sell“ im vergangenen Jahr und konnte damit sogar einen kleinen Gewinn erzielen. Das Geld fließt zurück an die Schule, zum Beispiel in die Schulhofgestaltung oder die Finanzierung von Veranstaltungen.
Die Lehrer sehen solche Schülerfirmen als Möglichkeit, die Theorie aus dem Klassenzimmer in der Praxis anzuwenden. „Darum wollen wir das auch weiter ausbauen“, sagt Schulleiterin Dorothea Kuhlmann-Arends. Die Schüler können diese Idee bestätigen. „Ich konnte vieles benutzen, was ich im Informatikunterricht gelernt habe“, berichtet der Achtklässler Hannes (13).
Bis Ende der Woche nimmt die Firma noch Bestellungen an. Dann wird es Zeit, über neue Ideen nachzudenken, wie zum Beispiel Mode für Mädchen oder Internet-Bestellungen. Die Arbeit geht also weiter.
