NADORST - Im Jahr 1705 wurde die Köterei erbaut. Seit 300 Jahren ist das schöne Gebäude im Besitz der Familie Bakenhus.
Von Susanne Gloger
NADORST - Man ahnt es kaum: Im Areal hinter dem TÜV an der Nadorster Straße gibt es ein ländliches Idyll. Am Ende des Deelwegs fühlt man sich wie auf einem alten Dorfplatz. Hier steht eine alte Köterei, erbaut 1705. Das Haus ist seit 300 Jahren im Familienbesitz, erklärt der heutige Eigentümer Alfred Bakenhus. Und von Häusern in diesem Alter gibt wohl nur noch fünf in Nadorst.Dirk Gramberg ist als der Erbauer in die Analen eingegangen. Das ist mein Großvater mit ungefähr siebenmal Ur davor gewesen, sagt Bakenhus. Der 73-Jährige ist stolz darauf, dass das Ursprüngliche zumindest weitgehend erhalten bleiben konnte. Das 300-jährige Bestehen des Alten Hauses, so wird es im Viertel genannt, soll mit den Anliegern gemütlich gefeiert werden. Am morgigen Sonnabend werden sie sich zum zünftigen Matjes-Essen treffen.
In ihren vollen Ausmaßen ist die Köterei allerdings nicht mehr erhalten. 1972 musste ein großer Teil des Anwesens abgerissen werden, weil das Haus durch den Bau der Umgehungsstraße immer mehr abgesackt war, erzählt Bakenhus aus der Geschichte. Übrig geblieben sind die ehemaligen Diele und Scheune.
Von der Nachkriegszeit bis zum Abriss lebten zwei Familien in dem Haus. Aus ihrer Kinderzeit kennt auch die heutige Mieterin Helga Frerichs hier jeden Stein. Ich fühle mich mit dem Haus verwurzelt, denn meine Oma wohnte hier, und ich bin 1967 eingezogen, erzählt sie.
Im hinteren Bereich des Alten Hauses wurde eine schmucke Wohnung eingerichtet, und vorne ist die so genannte Party-Diele zu finden. Genau dort soll am 2. Juli gefeiert werden. Wenn am Deelweg ein Fest ist, dann natürlich auf der Party-Diele, sagt Alfred Bakenhus. Man sagt schon Dorfgemeinschaftshaus dazu, fügt Helga Frerichs hinzu.
Abgerundet wird das ländliche Idyll am Deelweg von einem Heuerhaus, in dem Bakenhus und seine Frau leben. Und dieses Gebäude ist nun auch schon um die 150 Jahre alt, sagt er schmunzelnd.
