Petersdorf - Die Umfrage des Arbeitskreises Demografischer Wandel 2012 brachte es deutlich zutage: Viele der befragten Petersdorfer sind mit der Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr nicht zufrieden (die NWZ  berichtete). Noch größer war die Anzahl derer, die gar keine Busse nutzen.

Das Thema Busverbindungen wurde von den Befragten – Rückläuferquote von 29 Prozent von 1030 verschickten Fragebögen – als zweite große Baustelle in Petersdorf angesehen. An erster Stelle landete die Lebensmittelnahversorgung etwa mit frischem Gemüse und Lebensmitteln. Dieses Themas hatte sich der Arbeitskreis angenommen und einen Lebensmittelwagen auf den Weg gebracht.

Die Ergebnisse, die die Untergruppe Mobilität im Arbeitskreis erarbeitet hatte, könnten nun neues Gewicht erhalten, ergab jetzt eine Nachfrage der NWZ . Denn sie sind dem Planungsbüro Trapeze Germany aus Darmstadt weitergeleitet worden. Dieses Unternehmen erstellt im Auftrag des Landkreises Cloppenburg ein Konzept für die Verbesserung und Neuausrichtung des Öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Cloppenburg.

Die Gemeinde Bösel hofft auf bessere Busverbindungen ins Oberzentrum Oldenburg und ins Mittelzentrum Friesoythe ebenso wie innerhalb des Gemeindegebiets. Die Hoffnung ist zudem, dass Busse häufiger fahren.

Zwei Buslinien halten an den Bushaltestellen in Petersdorf. Beispiel Haltestelle Eichenstraße, Fahrtrichtung Friesoythe: Bis nach Friesoythe fahren Busse um 7.06 und gleich drei um 7.30 Uhr – besetzt vor allem mit Schülern. Weitere Verbindungen bis in die Eisenstadt gibt es um 9.19 Uhr, 12.14 Uhr, 14.19, 16.19, 18.19 und 19.34 Uhr. Am Sonnabend gibt es fünf Verbindungen nach Friesoythe, am Sonntag keine. Von Petersdorf nach Garrel existieren keine Busverbindungen.

„Es ist gut, wenn man sich in der Zeit mit dem Thema auseinandersetzt, in der die Not vielleicht noch nicht ganz so groß ist“, sagte Bürgermeister Block.


Offenbar, vermutet Theo Runden, hätten viele ältere Menschen in Petersdorf noch Möglichkeiten, selber nach Garrel, Bösel, Friesoythe oder Oldenburg zu kommen und seien – noch – nicht auf Busse angewiesen. „Wenn sich die Petersdorfer gegenseitig helfen, ist das ja auch positiv“, sagt Runden, der Vorsitzender des Arbeitskreises Demografischer Wandel in Petersdorf ist. Dort war die Untergruppe Mobilität gegründet worden, die die Anbindung Petersdorfs an den ÖPNV untersuchte.

Angesprochen auf das Problem werde er zwar nur selten. Theo Runden sieht aber auch die Gefahr, dass durch fehlende Infrastruktur der Anreiz, sich in Petersdorf niederlassen zu wollen, geringer werden könnte.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)