Haareneschviertel - Die 9. Klasse der Paulusschule hat den Betrieb Jörg von Seggern Maschinenbau GmbH erkundet. Als Teil des von der Metropolregion Nordwest und von der städtischen Wirtschaftsförderung unterstützten Projekts „Fabulé – Fablabs als kreative Umgebung für Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung“ erlebten sie vor Ort, wie mit modernen computergesteuerten Werkzeugen Maschinenteile gefertigt werden.

Ziel der Betriebserkundung war unter anderem das Kennenlernen von Produktionsprozessen und darin verwendeten IT-gesteuerten Maschinen. Vor Ort erhielten die Jugendlichen Aufträge, mit denen sie gezeigte Prozesse näher untersuchen sollten. Dabei entwickelten sie bereits erste Ideen für eigene Produkte, die sie mit ähnlichen Maschinen herstellen möchten. In einem anschließenden Workshop im vom Verein „Kreativität und Technik“ getragenen „Fablab“ (Fabrikationslabor) am Bahnhofplatz 10 können die Schülerinnen und Schüler dann am 21. Juli diese Ideen weiter verfeinern und mit ähnlicher Technologie selbst herstellen – dann allerdings nicht aus Metall, sondern aus Holz oder Kunststoff. „Auf diese Weise erhält der Technikunterricht eine ganz neue Dimension“, so Prof. Dr. Ira Diethelm, Hochschullehrerin für Didaktik der Informatik an der Universität Oldenburg.

Die Uni-Abteilung hat Betriebserkundung und Workshop – in enger Kooperation mit dem Unternehmen und dem Fablab – entwickelt und erprobt. Die Aktion soll dazu beitragen, das Interesse an technischen Disziplinen zu steigern, was im Hinblick auf Innovationen und Fachkräfteentwicklung von großer Bedeutung ist.

Die Jörg von Seggern Maschinenbau GmbH stellt Teile für die Lebensmittel-Verpackungsmaschinen der Sealpac GmbH her und ist auch auf deren Gelände angesiedelt. Dort sind neueste computergesteuerte Maschinen, insbesondere sogenannte CNC-Fräsen im Einsatz. Damit lassen sich präzise und individuell Metallteile, auch in kleinen Stückzahlen, für Spezialanwendungen herstellen.

Die Klasse der Paulusschule, die mit ihren Lehrern Harald Schlicht und Tobias Stuckenberg den Betrieb besichtigte, kennt solche Maschinen schon aus dem Technikunterricht. Die Paulusschule, eine Oberschule in katholischer Trägerschaft, ist eine der wenigen allgemeinbildenden Schulen, die eine solche Maschine besitzt. „Aber sie in einem echten Betrieb zu erleben, kann die Schule nicht ersetzen“, so Stuckenberg. So werde die Vielfalt der möglichen Einsatzgebiete erst richtig deutlich.


Das Fablab Oldenburg bietet einen Zugang zu High-Tech-Werkstätten mit 3D-Drucker, Lasercutter, CNC-Fräse und Styroporschneider, verknüpft mit dem technischen Wissen der Mitglieder. In dem Projekt Fabulé geht es darum, dieses Angebot auch Schülern, Lehrern und Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Für weitere Betriebserkundung werden noch Firmen gesucht. Ansprechpartnerin ist Prof. Dr. Ira Diethelm, Universität, Didaktik der Informatik, Tel. 0175/8609861, E-Mail: ira.diethelm@uni-oldenburg.de