Oldenburg - Einen wissenschaftlichen Vortrag über chemische Evolution auch für den Laien-Zuhörer interessant zu gestalten, ist eine herausfordernde Aufgabe. Wenn jedoch ein Diplomingenieur darüber spricht, wie er unter John F. Kennedy am Mondlandeprogramm Apollo beteiligt war, dann hängt das Publikum dem Referenten garantiert an den Lippen. Am Sonnabendabend stellte Jesco von Puttkamer im Schlauen Haus Forschungsergebnisse sowie die Geschichte der NASA vor.
Auf Einladung seiner Cousine Katharina Al-Shamery, Professorin für physikalische Chemie an der Universität Oldenburg, kam der 79-Jährige die Stadt. Auf einer Familienfeier lernten sie sich kennen, und der Kontakt hielt. Im Rahmen der Veröffentlichung des Buches „Moleküle aus dem All?“, das von Al-Shamery herausgegeben wurde, las von Puttkamer Auszüge seines Beitrags vor. Bereits 2009 hielt er einen Vortrag im Kleinen Haus des Staatstheaters. „Ich bin gern wieder gekommen, denn ich will den Menschen unter anderem berufliche Perspektiven bieten“, so der Wissenschaftler.
Geboren wurde von Puttkamer in Leipzig. Nach seinem Maschinenbau-Studium in Aachen wanderte er 1963 nach Amerika aus. Dort leitete er im Hauptquartier der US-Raumfahrtagentur NASA unter anderem eine Arbeitsgruppe zur strategischen Planung der dauerhaften Erschließung des Alls. In Alabama arbeitete er am Mondlandeprogramm Apollo mit. Nachdem dies beendet wurde, war er auch an der Entwicklung des Space Shuttles beteiligt.
Vom Konzept des Schlauen Hauses zeigt er sich positiv beeindruckt: „Es ist schön, dass es einen Ort gibt, an dem sich die Bürger Oldenburgs schlau machen können. Wichtig ist, dass die Nachhaltigkeit gefördert wird.“ Dem stimmt auch Al-Shamery zu: „Die Einrichtung ist eine große Chance. Es muss in Zukunft gewährleistet sein, dass sich immer wieder gute Referenten finden und das Programm auf verschiedene Ziel- und Altersgruppen zugeschnitten wird.“
Heute arbeitet von Puttkamer am langfristigen Mond-Mars-Programm der NASA mit: „Der Mars ist ein ewiger Menschheitstraum und die Zukunftsversion schlechthin. Eine ferngesteuerte Forschung ist auf Dauer zu langsam, der Mensch muss selbst dorthin.“ Der Wissenschaftler ist überzeugt, dass Menschen nur direkt vor Ort Fragen zum Leben auf dem Mars klären können.
