Hude - Im vergangenen Sommer mussten die Huder und Gäste auf das Natur-Freibad verzichten. Es gab Fehlplanungen zur dringend notwendigen Sanierung des Strandbereiches. Eine erneute Ausschreibung war zeitlich offenbar nicht mehr hinzukriegen bis zur Saisoneröffnung am 1. Juni 2016. Durch starken Algenbefall und Verunreinigungen des Kieses wurde das Wasser bei starkem Badebetrieb durch die Aufwirbelungen so trübe, dass die Schwimmmeister nicht mehr auf den Grund schauen konnten. Verunglückte hätten dort nicht mehr gesehen werden können. Deshalb sollte saniert werden.
Viele ärgerten sich, als das Bad geschlossen blieb. Besonders auch, als sich herausstellte, dass es einfacher gegangen wäre, nämlich durch den Austausch des Kieses im Fünf-Jahres-Rhythmus durch den Zweckverband anstelle des aufwendigen geplanten Umbaus.
In diesem Sommer allerdings stehen alle Zeichen auf Grün. Der Kies ist ausgetauscht, das Schwimmbadteam bereitet alles vor für den Saisonstart am 1. Juni.
Wann wird das Wasser in die Becken gelassen?
Zurzeit ist das Schwimmbadteam damit beschäftigt, die Becken zu reinigen. Diese sind mit einer grünen Folie ausgekleidet, die sich sehr bewährt hat. Sie ist schon zwölf Jahre drin, bislang gab es keine Probleme. In der nächsten Woche werde nach und nach Wasser eingelassen, so Betriebsleiter Ralf Carstens. Das Wasser kommt aus einem Brunnen. Es wird gereinigt, bevor es in die Becken läuft – insgesamt 1400 Kubikmeter.
Wie viele Becken gibt es im Naturbad in Hude?
Das Naturbad hat vier Becken mit einer Gesamtwasserfläche von 1100 Quadratmetern. Es gibt den Strandbereich mit Wassertiefen von 0 bis 1,35 Meter, das Kinderbecken mit durchgängig 30 Zentimetern Tiefe, das Nichtschwimmerbecken mit Tiefen von 0,6 bis 1,55 Meter und das Schwimmerbecken (1,80 bis 3,5 Meter).
Wie wird das Wasser im Naturbad geheizt?
Allein durch die Kraft der Sonne wird das Wasser erwärmt. Bei Sonnenschein dauert es laut Betriebsleiter Carstens zwei Tage bis die 24-Grad-Marke erreicht ist. „Das geht sehr schnell, weil die flacheren Bereiche sich sehr schnell erwärmen“, so Carstens.
Wie funktioniert die Reinigung des Wasser?
Die Reinigung des Wassers erfolgt ganz ohne Chemie. Das Wasser aus den vier Becken läuft in einen Sammelschacht. Von dort befördern es zwei Pumpen (maximal 240 Kubikmeter pro Stunde) auf die mit Schilf und Wasserpflanzen bewachsene knapp 400 Quadratmeter große Filterfläche, wo es verrieselt, gereinigt und anschließend wieder in den Wasserkreislauf zurückgeführt wird. Rund um die Uhr.
Eine vollautomatische Steuerung registriert per Sonden Trübungsgrad und Temperatur und regelt die benötigte Pumpenleistung. „Das klappt hervorragend“, so Carstens. Das Gesundheitsamt ziehe alle zwei Wochen Proben. „Selbst bei Hochbetrieb hatten wir bislang keine Wasserprobleme.“
Damit die Biologie funktioniert, darf sich das Wasser nicht auf mehr als 24 Grad erwärmen. Wird es doch mal wärmer, sorgt zugeführtes kaltes Brunnenwasser für Abkühlung. Nach dem ersten Einlassen des Wassers braucht es etwa vier Wochen, bis die biologische Reinigung funktioniert. Das Besondere an dem Wasser: „Es ist sehr angenehm auf der Haut“, sagt Ralf Carstens. Denn es ist ja kein Chlor drin.
Wie sind die Öffnungszeiten?
Das Naturbad ist vom 1. Juni bis zum 31. August geöffnet. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 11 bis 20.30 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 19 Uhr.
Die Tageskarte Erwachsene kostet 2,50 Euro, Kinder/Jugendliche zahlen 1,50 Euro.
