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                   vortrag Naturnahe Kinderspielplätze fast „wie im Paradies“

Hude - Die Welt mit den Augen der Kinder sehen und den Sprung zurück ins Paradies wagen: Dafür steht das Projekt „Holunderschule“ von Heinrich Benjes. Der pensionierte Lehrer gab am Donnerstagabend im Huder Rathaus unter dem Motto „Was hat ein Grashüpfer mit Erziehung zu tun“ Anregungen zur naturnahen Gestaltung von Spielplätzen. Rund 40 Zuhörer verfolgten interessiert den unterhaltsamen Vortrag.

Wohlfühlen in der Natur

„Stellen Sie sich vor, Sie kommen ins Paradies.“ Mit diesem Satz sicherte sich Benjes die Aufmerksamkeit der Anwesenden und machte zugleich seine Philosophie deutlich. Kinder fühlten sich, genau wie Grashüpfer, in der Natur wohl. Jahrtausendelang hätten sie keine Computer, Kletterbögen und gelbe Rutschen gebraucht, sondern nur ihre Finger, Füße, Augen und Ohren.

Urzustand des Spieltriebs

Das Ziel der „Holunderschule“, eines 1994 gegründeten Arbeitskreises zur Umgestaltung von Schulhöfen und Spielplätzen, sei deshalb, den Urzustand des Spieltriebs zu ermöglichen.

Bewegung sei ein wichtiges Element. „Kein Weg in der Natur ist gerade“, betonte Benjes: „Kinder dürfen ebenso wenig im Korsett gehalten werden wie die Natur“, forderte er. Sie bräuchten Regeln, aber auch Freiheiten. Das senke sowohl das Unfallrisiko als auch die Aggressivität. Auf langweiligen, geraden Betonflächen sinke die Aufmerksamkeit, die Kinder stolperten über ihre eigenen Füße: „Je mehr wir wegglätten, desto mehr passiert.“ Langeweile sei ebenso tödlich.

Benjes und seine Mitstreiter entfernen künstliche Begrenzungen, bringen Struktur und Spannung ins Außengelände. Dazu gehören Büsche und wilde Ecken, Sand, Wasser und Grün. Das Beste: Eine entsprechende Umgestaltung koste im Gegensatz zu teuren Spielgeräten wenig bis gar nichts, denn die Devise laute „selber machen“.


Im Kleinen Großes zu entdecken sei das wahre Abenteuer. Benjes mag ein Visionär sein, ein Träumer ist er nicht: Selbstverständlich gelte es, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Ein Klettergerüst aus naturbelassenen Baumstämmen wird sicher verschraubt, ist aber zugleich ein Stück Natur.

Viele Praxisbeispiele

Benjes anschaulicher Vortrag war gespickt mit Praxisbeispielen zur einfachen, aber wirkungsvollen Umwandlung trister Betonflächen in naturnahe Spielplätze. Ein Gedanke, der auch in der Gemeinde Hude umgesetzt werden soll, kündigte Uwe Schubert von der Gemeindeverwaltung an.

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